schenken wir uns
reinen Wein ein:
wir schenken uns
nichts
Tja, was so ein dummer Spruch auf einer Tüte, den ich heute im Vorübergehen mit den Augen ‚aufgelesen‘ habe, so in Gang setzen kann … Was für ein Sinnbild für die aktuelle Weltlage!
schenken wir uns
reinen Wein ein:
wir schenken uns
nichts
Tja, was so ein dummer Spruch auf einer Tüte, den ich heute im Vorübergehen mit den Augen ‚aufgelesen‘ habe, so in Gang setzen kann … Was für ein Sinnbild für die aktuelle Weltlage!
ich finde keine Worte für
die Worte, die nach mir
suchen gewiss
ich suche im Wortlosen nach
Worten für Worte, die mich
finden vielleicht
Wort für Wort ein Wort
für ein Wort: ohne Worte
tief geschnitten habe ich mich
an meinen Gedankensplittern
schief gewickelt liege ich nun
mit jeder Faser im Denkgezettel
woher all diese Scherben auf dem Holzweg?
bin doch nur ein Mensch: splitterfasernakt
es ist schon ein Phänomen, wie wenig
Geist es braucht, um logisch zu erscheinen:
vernunftfreies Selbstbewusstsein
ohne Sinn und Verstand
scheint ausreichend
wo Sicherheit
nicht einmal mehr Wörter geben können:
wo schlafen dann die Verse, wenn
selbst Reime zum Steilhang werden?
kein Satz taugt zum Geländer:
wir können nur noch
im freien Fall
dichten und
denken
sie zu ihm:
dass du es immer verbockst,
zickt mich echt an
er zu ihr:
ich lass mich von deinem Zickenalarm
nicht ins Bockshorn jagen
hingekrakelt sei mein Wort ohne jeden Wirbel
mit einer schwarzen Tinten:
stark autark. autochthon autonom. archaisch anarchisch.
habe acht: acht Versarme sagen
und saugen. Krikelkrakel nur, doch sie verfangen.
fangen. Kopf und Fuß. an Fuß und Kopf.
kurz ist das Leben:
Verse am Stiel lass wachsen aus des Wortes Augnapf
Inspiriert von dem Band „Kraken“ aus der wunderbaren Naturkunden-Reihe von Matthes & Seitz
wo gar keine Vernunft mehr: dort ist
auch Kritik rein gar nicht erwünscht
die gegenwärtige Welt über-
steigt meine Vorstellung
bei weitem, und dabei unter-
läuft sie alles, was mensch
überhaupt so wollen kann
er zu ihr:
mach‘ ja keine Zicken
sie zu ihm:
red’ nich’ so’n Bockmist
den Teufel mit dem Beelzebub
oder vom Regen in die Traufe:
den Mullah mit dem Schah
und sich verkaufen an die USA –
und dann tatsächlich doch noch glauben,
einen Trump im Ärmel zu haben
er zu ihr:
mmmh, ich liebe Bockwurst
sie zu ihm:
hm, ich mag lieber Ziegenkäse