in dieser Zeit
will ich nicht sein –
denn für das Sein
ist keine Zeit
Gedankenspiele: Unsortiertes
schenken
schenken wir uns
reinen Wein ein:
wir schenken uns
nichts
Tja, was so ein dummer Spruch auf einer Tüte, den ich heute im Vorübergehen mit den Augen ‚aufgelesen‘ habe, so in Gang setzen kann … Was für ein Sinnbild für die aktuelle Weltlage!
Phänomenologie des Geistes, neu gefasst
es ist schon ein Phänomen, wie wenig
Geist es braucht, um logisch zu erscheinen:
vernunftfreies Selbstbewusstsein
ohne Sinn und Verstand
scheint ausreichend
Kritik der reinen Vernunft, neu gefasst
wo gar keine Vernunft mehr: dort ist
auch Kritik rein gar nicht erwünscht
Die Welt als Wille und Vorstellung, neu gefasst
die gegenwärtige Welt über-
steigt meine Vorstellung
bei weitem, und dabei unter-
läuft sie alles, was mensch
überhaupt so wollen kann
Zeitwortzeit
den Teufel mit dem Beelzebub
oder vom Regen in die Traufe:
den Mullah mit dem Schah
und sich verkaufen an die USA –
und dann tatsächlich doch noch glauben,
einen Trump im Ärmel zu haben
heute
ob gestern, heute oder morgen:
heute ist immer
heute
der alltägliche Wahnsinn
ist es euch eigentlich bewusst?
wann auch immer wir zuhause
einen Tee, Kaffee oder so was
trinken, haben wir nicht mehr
alle Tassen im Schrank
alles neu …
alles neu
macht der Mai:
neue Regierung
neuer Kanzler
neuer Papst
nur meine Gänsehaut
ist noch die alte
Bärenfrühlingshaiku
im Zoo der Bär ist
aus dem Winterschlaf erwacht:
jetzt ist es Frühling!
vom Wählen und Wollen
wählen kommt von
wollen
also lasst uns
wählen, was wir
wollen
ich fürchte nur:
wir können wählen,
was wir wollen –
werden wir auch wollen,
was wir wählen?
sicher?
sicher bin ich mir nur in einem:
dass wir nie ganz sicher sein können –
wie kann ich mir da so sicher sein?