alles geht seinen (unaufrechten) Gang:
doch stets nur einen Gang und runter
(schon schon jetzt jenseits aller Gangbarkeit)
wann kommen wir endlich wieder
in die (aufrechten) Gänge?
alles geht seinen (unaufrechten) Gang:
doch stets nur einen Gang und runter
(schon schon jetzt jenseits aller Gangbarkeit)
wann kommen wir endlich wieder
in die (aufrechten) Gänge?
wie viele Elefanten
müssen eigentlich noch
im Raum stehen, bis
wir sie endlich sehen?
und die Helfershelfer der einen
verurteilen nur die „Reaktion“
der (jetzt eben auch) anderen,
nicht aber die ‚Aktion’ der einen
was die einen bei den anderen
„völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“
nennen, heißt bei den einen selbst
„Präventivschlag“
in dieser Zeit
will ich nicht sein –
denn für das Sein
ist keine Zeit
schenken wir uns
reinen Wein ein:
wir schenken uns
nichts
Tja, was so ein dummer Spruch auf einer Tüte, den ich heute im Vorübergehen mit den Augen ‚aufgelesen‘ habe, so in Gang setzen kann … Was für ein Sinnbild für die aktuelle Weltlage!
ich finde keine Worte für
die Worte, die nach mir
suchen gewiss
ich suche im Wortlosen nach
Worten für Worte, die mich
finden vielleicht
Wort für Wort ein Wort
für ein Wort: ohne Worte
tief geschnitten habe ich mich
an meinen Gedankensplittern
schief gewickelt liege ich nun
mit jeder Faser im Denkgezettel
woher all diese Scherben auf dem Holzweg?
bin doch nur ein Mensch: splitterfasernakt
es ist schon ein Phänomen, wie wenig
Geist es braucht, um logisch zu erscheinen:
vernunftfreies Selbstbewusstsein
ohne Sinn und Verstand
scheint ausreichend
wo Sicherheit
nicht einmal mehr Wörter geben können:
wo schlafen dann die Verse, wenn
selbst Reime zum Steilhang werden?
kein Satz taugt zum Geländer:
wir können nur noch
im freien Fall
dichten und
denken
sie zu ihm:
dass du es immer verbockst,
zickt mich echt an
er zu ihr:
ich lass mich von deinem Zickenalarm
nicht ins Bockshorn jagen
hingekrakelt sei mein Wort ohne jeden Wirbel
mit einer schwarzen Tinten:
stark autark. autochthon autonom. archaisch anarchisch.
habe acht: acht Versarme sagen
und saugen. Krikelkrakel nur, doch sie verfangen.
fangen. Kopf und Fuß. an Fuß und Kopf.
kurz ist das Leben:
Verse am Stiel lass wachsen aus des Wortes Augnapf
Inspiriert von dem Band „Kraken“ aus der wunderbaren Naturkunden-Reihe von Matthes & Seitz