haste ma n’Eis?
wat is’ mir heut’ so heiß!
oder doch lieber n’heißen Tee
jejen die olle Hitze-Fee?
Spielereien
ein Elefant

ein Elefant
ist immer elegant:
ob er geht,
ob er steht,
wie er die Ohren senkt,
wie er den Rüssel schwenkt;
selbst wenn er sich reckt
und streckt:
ein Elefant
bleibt immer elegant
die Synapsen japsen
„Die Synapsen japsen“ schrieb Myriade neulich – und sie hat mir erlaubt, mir diesen wunderbaren Satz ‚auszuleihen‘. Dafür ganz lieben Dank! Und hier das Ergebnis (alles, wozu mein poetisches Hirn gerade noch fähig ist).
die Synapsen japsen
die Kapillaren garen
die Zellen bellen
die Adern hadern
die Drüsen düsen auf Hochtouren
die Nieren gieren nach Wasser
die Nerven gehen surfen
die Herzklappen schlappen
die Lymphen rümpfen die Nase
und ich verkrieche mich
sagenhafter Dialog
„sag mal, was sagst du dazu?“
„unter uns gesagt, ich muss schon sagen:
unsagbar unsäglich!“
„was du nicht sagst!
aber da sagst du was!“
„ich? ich hab nichts gesagt!“
Hasenjammer
ein Hase sitzt im Grase
und kratzt sich an der Nase:
wohin, wohin nur ist seine Oase?
was für eine Phase!
alles nur noch Phrase!
ein jedes Häschen sitzt in seiner Blase!
verzweifelt greift er (in Ermangelung von Gase)
zum Glase
(dies’ in Größe einer Vase!):
o, rase, Hasenherz, und grase
um ein bisschen Extase
(in gebührendem Maße)
(dies’ Liedlein euch nur so zum Spaße)
Frohe Ostern 🐇 allerseits! 🪺
Gespräch unter Ziegen (5)
sie zu ihm:
dass du es immer verbockst,
zickt mich echt an
er zu ihr:
ich lass mich von deinem Zickenalarm
nicht ins Bockshorn jagen
Gespräch unter Ziegen (4)
er zu ihr:
mach‘ ja keine Zicken
sie zu ihm:
red’ nich’ so’n Bockmist
Gespräch unter Ziegen (3)
er zu ihr:
mmmh, ich liebe Bockwurst
sie zu ihm:
hm, ich mag lieber Ziegenkäse
Gespräch unter Ziegen (2)
Eine Reprise zu „Gespräch unter Ziegen“
sie zu ihm:
ach, ich hab keinen Bock
er zu ihr:
dann nimm halt die Ziege
Ich muss es gestehen: Das war nicht mein Einfall. Danke, mein Liebster, für dieses schöne Wortspiel!
neujahr

ein Gelegenheitsgedicht
im Schweifreim schweife ich
(am Ufer des Fließtextes entlang)
(zwischen Zwischen-, Schlag- und Leerzeilen)
(mal auf verschlungenen Lang-,
mal auf offenen Kurzversen)
über herbstliche Wortfelder
ich lese reife Lesefrüchte auf
(gelegentlich auch eine Kopfnuss)
und ritze heimlich Buchzeichen
in die Rinden alter Buchstaben
(für ein Eichhörnchen, vielleicht)
und neben abwegig-abseitigen Nebensätzen
finde ich das Zauberwort: die Gelegenheit
für ein Gelegenheitsgedicht
Gespräch unter Ziegen
er zu ihr:
ach, was bist du
nur wieder so zickig
sie zu ihm:
na, wenn du halt
eben so bockig bist