
im Sand am Ufer
wellenumspült ein Lied aus
Stockentenspuren

im Sand am Ufer
wellenumspült ein Lied aus
Stockentenspuren
im Einklang schwimmen wir still über den See:
Stockente, Haubentaucher, Blässhuhn
und ich – und um uns nur
ein Klang: um uns nur See
und das Gluckern des Wassers
inmitten der Nacht
noch den Sommer auf der Haut
und den See im Haar
Frieden am See
Die Sonne hat die dunklen Wolken
mit ihrem lichten Gruß verabschiedet.
Am Kiesteich ist es ungewöhnlich ruhig:
Die Zahl der Badegäste ist überschaubar.
Das Wasser wellt gelassen sich ans Ufer
und trägt mich sanft hinaus.
Familie Schwan hält sich vornehm auf Distanz
und Familie Wildschwein schmaust
beglückt – und mich beglückend –
an des Ufers Wegesrand.

das schönste Gedicht
schreibt der See: in sanften Wellen
fängt ein er das Licht des Augenblicks
über der Ewigkeit Tiefe
dieser Moment, in dem
deine Haut nichts als Wasser spürt
deine Nase nichts als Wasser riecht
deine Zunge nichts als Wasser schmeckt
deine Ohren nichts als Wasser hören
deine Augen nichts als Wasser sehen
bis zum Horizont
dieser Moment, in dem du
– von Kopf bis Fuß Vorfreude –
in den See watest, um dich
– gleich, ja gleich! –
ins Wasser gleiten zu lassen
in deinem Wellengang
finde ich meinen Rhythmus
und schreibe mich
Zug für Zug
in deine See-Seele
für alle Seen meines Lebens (Spandau, 10./11. Juli)
Lyrifants Adventskalender 2023 Türchen 16
sprich mir nicht von Schnee
an diesem schneelosen Ort:
schweig dichte lichte Flocken
mir in mein stummes Wort
sprich mir nicht von Klee
in dieser kleelosen Zeit:
sing neue scheue Triebe
mir in mein dürres Wort
sprich mir nicht von See
an diesem seelosen Ort:
schreib wilde milde Wellen
mir in mein wundes Wort
ins Tiefblaue von See und Meer
schreib ich mich stumm hinein
und aus jedem Wort wächst mir
eine Flosse
du aller Seen See! – da fällt so tief
ein Stern: der Weg so klar durch’s schattig’ Schilf
so heilig still ins rosarote Licht
Und hier noch einmal das ganze Gedicht zum Anschauen: Seestine