زن، زندگی، آزادی – Frau. Leben. Freiheit.
eine Frau. ohne Leben. ohne Freiheit.
nur Frau. kein Leben. keine Freiheit.
immer Frau. nie Leben. nie Freiheit.
seine Frau. sein Leben. seine Freiheit.
زن، زندگی، آزادی – Frau. Leben. Freiheit.
sie Frau. er Leben. wer Freiheit.
wie Frau. so Leben. so Freiheit.
hier Frau. dort Leben. wo Freiheit.
wer Frau. wie Leben. wann Freiheit.
زن، زندگی، آزادی – Frau. Leben. Freiheit.
mehr Frau. mehr Leben. mehr Freiheit.
ganz Frau. viel Leben. für Freiheit.
als Frau. ins Leben. in Freiheit.
eine Frau. ihr Leben. ihre Freiheit.
زن، زندگی، آزادی – Frau. Leben. Freiheit.
Wort auf Wort: Poetologisches
poesie in reinform
das unwortbare
ins wortlose
wort fassen:
schweigen
singen
zu neuen Gedichten
setze meine Worte
lichte den Vers
lege ab
zu neuen Gedichten
wortwörtlich
ein jedes Wort
beim Wort nehmen:
dann gibt ein Wort
das andere
Poesie pur
Wort für Wort
über Wort unter
Wort an Wort
in Wort aus
Wort
im Fall der Fälle
von Fall zu Fall
hoffnungsloser
im freien
auf jeden Fall
im schlimmsten
gesetzt
für alle Fälle
ein klarer
ganz mein Fall
in unstimmiger Zeit
verstimmt
ist meine Lyra
in unstimmiger Zeit
die Dichterin
verstummt
menschlich
Menschen
können Menschen
so Unmenschliches
tun, dass wir Menschen
den Glauben an die Menschheit
verlieren
Plusquamfutur
„Welche Zukunft hat die Zukunft?“ – so fragte Marion auf Findesatz zum 18. März. Dies hat mich zu dieser kleinen Grammatikübung (samt Wortbildung 😉) inspiriert.
wird einst, was wird, geworden sein,
wird werden, was wird, wenn das, was einst
wird werden, geworden geworden sein
wird
fangVerse (17) – abendBlatt
dunkelt Abend über Blatt und Land / taucht /
aus blauem Dunst / nur / diese eine Frage /
die ein jedes Lied / sich fragt / die Frage /
der Fragen / die ein jedes Wort / sich /
fragt / und dich und mich
willst du sie wissen / fang / ein Blatt / und warte /
ab / bis / funkelt Abend über Blatt und Land /
bis / haucht / aus blauem Dunst /
der letzte Vers / die Frage /
der Fragen
Dies ist mein letzter Fang. Alles begann mit einem ganz harmlosen Gedicht zu Jahresbeginn und Ules Frage dazu. Auf einen (ganz anderen) Impuls von Ule hin entstand dann schon bald ein erster Text. Da erkannte ich recht unmittelbar das Potential zu Mehr – wenn das nicht eine zündende Idee für einen poetologisch ausgerichteten Gedichtzyklus war! Nach den ersten (eher improvisierten) Texten kristallisierte sich in meinem Kopf bald das Bild von einem Netz an möglichen Verflechtungen heraus – und damit war die Leitschnur für die Architektur des fangVerse-Zyklus geboren. So entstanden in rascher Folge nun diese 17 fangVerse – und heute, zum 17., seien sie zu einem Ende geführt.
fangVerse (16) – blattReif
still / steckt Raureif seine Eiskristall=Nadeln an mein Blatt /
still / setzt Raureif Eisblumen=Keime in mein Wort /
still / legt Raureif die Welt
was reifen will / still / bedarf der Raureif=Zeit /
still / so still
fangVerse (15) – mondBlatt
schmeck den Geschmack von jener Welt / die monden ist /
du Blatt / und vergiss / vergiss / denn nun mondest du /
du Blatt / vom Mond gemondet /
monden / mein Wort
schmeck den Geschmack von jener Welt / die worten ist /
du Mond / und vergiss / vergiss / denn nun wortest du /
du Mond / vom Wort gewortet /
worten / mein Blatt