Kreatives Schreiben: Impuls “Zwischen den Zeilen” / Impuls “Elfchen”

Als Frau des Wortes war ich natürlich von dem Impuls “Zwischen den Zeilen” ganz besonders angetan. Und diesen Impuls habe ich dann auch gleich in zwei Formen umgesetzt, einmal als Elfchen:

Zwischen
den Zeilen
springt ein Einhorn.
Es springt dich an –
Poesie.

Kreatives Schreiben: Impuls “Slow Art” / Impuls “Elfchen”

Ein weiterer Impuls war, sich auf Bilder einzulassen. Die ausgestellten Bilder haben mich leider nicht so angesprochen; nur ein Titel hat mich angesprungen – “Der Himmel ist in dir” von Jutta Schlier -, woraus sich in mir ein Elfchen geformt hat (das war der andere der beiden Form-Impulse) – ein Elfchen, das man auch ohne das Bild verstehen kann, denke ich (wobei natürlich Elfchen-Form und Slow [!] Art-Thema irgendwie ein Widerspruch in sich sind, ich weiß).

Blau
dein Herz.
Offen dein Auge.
Der Himmel ist in
dir.

Kreatives Schreiben: Impuls “Und wieder ein Frühling” / Impuls “Rondell”

Ich habe heute an einem Nachmittagsseminar “Kreatives Schreiben” bei Regine Kaesberg teilgenommen. Die vielgestaltigen Impulse haben bei mir eine Reihe von Texten in Gang gesetzt, die ich hier gerne teilen möchte. Neu kennen gelernt habe ich dabei die Form des Rondells: Die erste, vierte und siebte Zeile sind gleich, die zweite und die achte Zeile wiederholen sich, die dritte, fünfte und sechste Zeile sind jeweils verschieden. Klar, dass ich das ausprobieren musste (und ich dachte, dass es nett sein könnte, auch entsprechend die Zeilenlängen zu variieren). Hier mein erster Versuch, verknüpft mit dem “Frühlings”-Impuls.

Es ist wieder Frühling.
Grün wird mein Herz.
Der kleine Krokus lugt munter aus den letzten Schneeresten hervor.
Es ist wieder Frühling.
Die verliebte Amsel singt noch heiser vom Winter ihr erstes Lied.
Der Wind streichelt sanft die noch kahlen Bäume.
Es ist wieder Frühling.
Grün wird mein Herz.

Wien, 6. Bezirk, Gumpendorferstraße: Vier Zimmer, Küche, Bad – und eine verpasste Gelegenheit

Das Zimmer mit dem Flügel, den
keine von uns spielen konnte,
überließ ich gern meiner Freundin.

Das romantische Erkerzimmer
nahm sich fraglos die andere Freundin,
sie hatte die Wohnung für uns gefunden.

Das Poetenzimmer mit den Schleiflackmöbeln,
in das ich mich schon – dichtend – geträumt hatte,
bekam schließlich doch – trotz Münze! – die Freundin der Freundin.

Mir blieb das Durchgangszimmer zur Küche
(und zum Bad, doch das hatte noch eine zweite Tür):
Man hätte auch gleich im Flur leben können…

Trotzdem ist aus mir keine Wiener Kaffeehaus-Literatin geworden.
Schade, eigentlich.