von Fall zu Fall
hab ich nen Knall
und Knall auf Fall
fall ich und knall
gleich einem Ball
mit Schall und Hall
ins tiefe All
von Fall zu Fall
hab ich nen Knall
und Knall auf Fall
fall ich und knall
gleich einem Ball
mit Schall und Hall
ins tiefe All
inspiriert von Ules Muster-Bild zu #inktober
es gibt kein Muster
für Lebenswege –
und es gibt keinen
Musterlebensweg
strick dir einfach was zusammen
zu einem bunten Lebensmustermix
hab keine Angst vor
Laufmaschen: lass
laufen, lauf mit
und entdecke
immer wieder
ein neues Muster
in Deiner Fremde
warst Du mir nahe
in Deiner Nähe
bist Du mir fremd
nahe Fremde
sind wir geworden:
uns fremd in unserer Nähe
uns nah in unserer Fremde
Gedanken bei Klavierstücken von Felix
Mendelssohn
wie klingen
Lieder ohne Worte,
wenn dir die Töne fehlen?
etwas Farbe könnte vielleicht helfen,
doch ein Bild will ich nicht malen.
dichten will ich, dichten:
Lieder ohne Worte –
nur, wie mach ich das,
wenn nur das Wort ich hab?
wie weit genau gehe ich mit,
wenn ich da einfach so mitlaufe?
wobei mache ich eigentlich mit,
wenn ich da nur so mittue?
wofür klatsche ich da im Grunde mit,
wenn ich einfach nur mitlache?
muss ich wirklich alles mit,
nur weil ich halt mitwill?
tja, und was rede ich da immer mit,
wenn ich gar nicht mitdenke?
im Ja
am Anfang
ein Nein
im Nein
am Ende
ein Ja
ein unbeschriebenes Blatt
ist die erste Seite
meines ungeschriebenen Buches
die übrigen Seiten bleiben leer
das Buch bleibt ungebunden
ohne Titel
in diesem Buch steht alles
was es zu sagen gibt
und kein Wort darüber
hinaus
Zu diesem Text habe ich inzwischen ein kleines Buchobjekt gemacht, schaut es Euch hier mal an.
es bildet sich hier im Kleinen nur ab,
was im Großen schon längst
böse Realität ist: braun
gibt es leider in jeder Farbe
Ules Befürchtungen, im Platten und Banalen zu landen, haben in mir weitergearbeitet und mich zu einem Lob der Plattheit angeregt – so platt, wie es mir nur eben möglich war. Jetzt bin ich platt, was mir die Plattheit da doch geschenkt hat – doch noch etwa tiefe Einsicht?
keine Scheu vor Plattitüde!
ist doch auch nur Attitüde,
Tiefsinn-Lob bloß Flattitüde!
was setzt tiefe Denker matt?
was macht ihren Geist ganz satt?
was gehört auf’s beste Blatt?
die Plattitüde, sag ich glatt,
sie ist die einzig wahre Blattitüde:
denn höchste Weisheit ist stets –
platt
im prallen Leben bin ich versauert;
und was die Sache noch verschärft:
hab’s mir mit allerlei Ängsten noch versüßt –
wen wundert’s, dass ich so verbittert?
für mein Leben
gern leben will ich
mein Leben
für mein Leben
gern leiden mag ich
an meinem Leben
auf den Tod
nicht leiden kann ich
den Tod
auf den Tod
hin nicht leben will ich
mein Leben
was hilft’s?
auf Leben und Tod
leben und leiden wir
dahin
lass dir, so sagt sich’s leicht,
alle Zeit der Welt
doch wie viel Zeit
hat die Welt noch?