kippt mich die Welt
voll mit Schutt, wisch ich ihn sie*
weg
mit einem Gedicht
* siehe das Gespräch mit Ule in den Kommentaren
kippt mich die Welt
voll mit Schutt, wisch ich ihn sie*
weg
mit einem Gedicht
* siehe das Gespräch mit Ule in den Kommentaren
gefällt mir die Welt
nicht mehr, schreib ich sie
um
zu einem Gedicht
gerät mir die Welt
außer Kontrolle, halt ich mich
fest
an einem Gedicht
für vieles bin ich
zu dumm
für einiges bin ich
zu faul
für manches bin ich
zu alt
aber für nichts bin ich
mir zu schade
blicke ich bei der Welt
nicht mehr durch, setz ich mir
einfach
ein Gedicht auf
hab ich mich in der Welt
verlaufen, führt mich sicher
zurück
ein Gedicht
kommt mir die Welt
zu nahe, schlüpf ich
rasch
in ein Gedicht
nachts / fängt an / was Blatts ist /
umfängt mein Blatt / was Nachts ist /
fängt ein / was zufällt nur / nachtfinster /
verfängt sich denn / nachtrands / blattrands /
ein Stern
nachts / ist ein Stern nur ein Wort / taghell /
nur am Rande / umsternt / umnachtet /
fallen mir die Lieder zu
hab ich auch Strich und Faden
verloren: Wort um Wort knüpfe
ich zu Himmel (ja!) und Zwirn:
so mag mir die Poesie endlich
ins Garn gehen
Spuren / von Duft / Strukturen / von Luft /
aus diesen Tinkturen / entstehen Figuren /
Spuren / von luftigen Kreaturen / Strukturen /
von duftigen Naturen / für meiner Skripturen /
Gruft
Ule hatte gefragt, ob ich verraten würde, was das Blatt aus meinem Neujahrsgedicht einfangen würde – und hier ist der erste Fang, inspiriert durch Ules Tanzbild
mein Blatt tanzt / im Wind / tanzen die Wörter /
ungeschrieben / schneeflockengleich / weiß auf weiß /
tanze ich / in den Wind / über das Blatt / tanzen wir /
die Wörter / die Flocken / und ich
vor mir liegt das neue Jahr
wie ein weißes Blatt Papier:
ich probiere das ein oder andere Wort –
entschließe mich dann aber doch,
das Blatt in den Wind zu hängen
und einfach nur abzuwarten,
was es mir einfangen wird