Lyrifants Mailied, in Anlehnung an Ernst Jandls „Markierung einer Wende“
202?
mai
krieg
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Lyrifants Mailied, in Anlehnung an Ernst Jandls „Markierung einer Wende“
202?
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Fürwörter provozieren Gegenwörter
Hauptwörter implizieren Nebenwörter
Füllwörter reduzieren Leerwörter
Bindewörter potenzieren Lösewörter
und meine abschließende Worthese:
Stichwörter fabrizieren Flickwörter
Krieg addiert:
Tote um Tote und Versehrte
Krieg addiert:
Waffen und scheinbare Werte
Krieg subtrahiert:
Leben von blühender Jugend
Krieg subtrahiert:
Moral von politischer Tugend
Krieg multipliziert:
Schmerz mal Leid
Krieg multipliziert:
Gewinn mal Neid
Krieg dividiert:
Freunde durch Haltung
Krieg dividiert:
Risiko durch Spaltung
Krieg potenziert:
immer Krieg, niemals Frieden
„Ermutigende Literatur“ hatte Ule angeregt … hm! 🤔 – daher hier nun ein erster Gedanke in diese Richtung … (obwohl Mutlosigkeit eher meinem derzeitigen Lebensgefühl entspricht … wo ist die Friedensbewegung?)
lasst uns den Frieden
so lukrativ machen,
auf dass sich Kriege
nicht mehr lohnen!
Komm, Bär Deus, sei du unsre Last
und regne, bis du uns geleeret hast.
Amen
Frohe Ostern allerseits!
Reminiszenz an Heinrich Heine
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Denk ich an Deutschland mitten am Tag,
Dann fühl ich nur Leid, Angst und Plag.
Denk ich an Deutschland am frühen Morgen,
Dann bin erfüllt ich von Kummer und Sorgen.
Denk ich an Deutschland am späten Abend,
Dann möchte Reißaus nehmen ich – trabend.
im Zoo der Bär ist
aus dem Winterschlaf erwacht:
jetzt ist es Frühling!
angeregt von einem Binsen-Foto von Chris auf ihrem privaten Blog „Wort und Stern“ (das ich jetzt aber nicht mehr finde) – und übrigens völlig sinnfrei (offenbar hat mich, je gruseliger das Weltgeschehen wird, der Eskapismus fest im Griff …)
nein, da helfen keine Linsen –
und es gibt auch keine Zinsen:
geht die Beute in die Binsen,
hört der Jäger auf zu grinsen.
In dieses Künstlerbuch mit dem Titel „The Red-Crowned Crane & The End of the World“ von Peter Granser mit Texten von Mari Kashiwagi habe ich mich total verliebt, insbesondere die auf das Wesentliche reduzierten Fotografien der Kraniche, die auf den ersten Blick wie Tusche-Kleckse, auf den zweiten Blick wie Schriftzeichen anmuten, haben es mir sehr angetan. Das Leporello-Buch ist erschienen bei der Edition Taube (dort noch mehr Bilder vom Buch zum Durchblättern) und ist derzeit ausgestellt im Rahmen der auch sonst sehr inspirierenden Ausstellung „Die Welt im Fluss. Über Bewegtes und Vergängliches in der Japanischen Kunst“ im Museum Angewandte Kunst Frankfurt.
mit Kranichzeichen
ans weiße Ende der Welt
zur Stille von Schnee

kein Hokuspokus!
sie stehe an diesem locus
in voller Pracht im Fokus:
die Blüte des Krokus!

blau, nur blau,
wohin ich schau:
alles himmelsblau
in des Himmels Blau
wählen kommt von
wollen
also lasst uns
wählen, was wir
wollen
ich fürchte nur:
wir können wählen,
was wir wollen –
werden wir auch wollen,
was wir wählen?