Wenn tagt die Nacht,
Wenn grünt ihr Blau,
Der Schlaf erwacht –
Dann will ich mich in
Deinem Mondlicht sonnen,
Mich erden tief in Deinen Himmel weit.
Wenn tagt die Nacht,
Wenn grünt ihr Blau,
Der Schlaf erwacht –
Dann will ich mich in
Deinem Mondlicht sonnen,
Mich erden tief in Deinen Himmel weit.
Den Spatz
mag ich nicht
in der Hand
haben.
Da ist mir
die Taube
auf dem Dach
schon lieber.
Am liebsten aber
halte ich Ausschau nach
dem schrägen Vogel und
dem komischen Kauz.
Gern schau ich ihnen zu,
sehe ihnen nach,
einfach so,
mit leeren Händen.
Der größte Feind der Liebe
Ist nicht der Hass. Auch nicht der Alltag.
Noch nicht einmal die Lieblosigkeit.
Der größte Feind der Liebe
Ist die Liebe. Sie brennt uns aus.
Sie zehrt uns auf.
Wie aber kann lieben,
Wer nicht mehr da ist?
Was nahe liegt,
liegt mir stets fern.
(Korrekturgedicht zu Guter Rat)
„Komm! Ins Offene, Freund!“
Friedrich Hölderlin, Der Gang aufs Land. An Landauer (1801)
Sobald es eng wird,
such’ ich das Weite.
“Komm! Ins Offene, Freund!”
Friedrich Hölderlin, Der Gang aufs Land. An Landauer (1801)
Wem’s zu eng wird,
der suche das Weite.
Könnte ich nur
Daran glauben,
Müsste ich nicht
Daran glauben.
halte deine worte offen
und schau
in das warme
licht der nacht
sei ganz wort
und lausch
dem blauen
lied des schweigens
geh immer nur dem wort nach
und atme
die stille
rose der einsamkeit
lass dir die welt auf dem wort zergehen
und schmecke
die frische
süße der bitternis
reich der welt das wort
und spüre
die helle
wärme des todes
Was bringt
dir das Leben?
Du wirst
dir den Tod
holen.
Du kannst aber auch
dir das Leben
nehmen – und
dem Tod den Rest
geben.
Der siebte und letzte Impuls – in der nacht – gestaltete sich für mich schwerer, als ich gedacht hatte. Nach einem ersten
Hell
lacht
die Nacht.mit dem ich aber nicht richtig weiterkam, stand da plötzlich die Idee, einen zum Meer-Elfchen komplementären Text zu basteln.
nacht
leise
schneit nacht
die tagesgeräusche ein
doch jedes plötzliche geräusch
laut
Liebe Sophie, liebe frapalywo-ist*innen, danke für diese wunderbare Woche voller spannender Hör-Impulse, aber auch voller toller Ideen, wie sich die vielfältigen Hör-Eindrücke in Worten ausdrücken lassen. Das war für mich eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Der sechste Impuls – am lagerfeuer – hat mich zu diesem Textchen inspiriert:
Lagerfeuer
Die Flammen lecken sich züngelnd die Lippen.
Es gurgelt, es schmurgelt. Knisternde Hitze.
Im schmatzenden Feuer brutzelt mein Herz.
Die Liebe höre ich singen ihr sengendes Lied.
Ich glühe, sie lodert. Das Lager, es brennt.
Der fünfte Impuls lautet: am meer. Unter dem Aspekt geräusche fasziniert mich vor allem der Gegensatz zwischen der steten Unruhe des Meeres, das immer in geräuschvoller Bewegung ist, und der Ruhe, die wir damit assoziieren, die Meeresstille, die eher ein Meeresradau ist, und doch eine so beruhigende Wirkung hat: ein himmlischer Höllenlärm, sozusagen. Hier mein “vorläufiges amtliches Endergebnis” zu dem Thema (ganz zufrieden bin ich mit meinem Elfchen noch nicht, aber ich muss jetzt arbeiten 🙁 ):
am meer
laut
die stille
dort am meer
mein herz aber wird
leise