ich zweifle:
was Grundrecht hieß –
ist es euch zweierlei?
ich zweifle an:
was Ehrlichkeit hieß –
wie zweizüngig seid ihr!
ich bezweifle:
was Kompetenz hieß –
sät Zwietracht nur?
ich verzweifle:
was Vernunft, was Menschlichkeit hieß –
es ist entzwei!
ich zähle zwei und zwei zusammen –
und hab am Ende doch nur ein Ergebnis:
ZWEIFEL und VERZWEIFLUNG
Gedicht
Du. Ortungen
Du bist bei mir,
wenn ich neben mir bin
Du bist neben mir,
wenn ich außer mir bin
Du bist mit mir,
wenn ich von mir geh
Du bist hinter mir,
wenn alle gegen mich sind
Du bist vor mir,
wenn ich an mir vergeh
Du bist unter mir,
wenn ich zwischen mir steh
Du bist über mir,
wenn ich mich um mich dreh
Du bist in mir,
wenn ich aus mir verschwind
Du bist um mich,
wenn ich durch dich mich find
Du da
wer bist Du
da neben mir?
frage ich mich
oft
immer
aber weiß ich:
für mich
bist Du da
Dialog über nichts
du sagst: von nichts kommt nichts
doch ich komme zu nichts
und ich finde nichts dabei
du meinst: das führt zu nichts?
um nichts und wieder nichts geht es mir hier
– da gibt es nichts! –
ich mache Halt vor nichts
(hab hier ja nichts verloren
und auch nichts zu suchen)
du denkst: es hilft alles nichts
doch ich denk mir nichts dabei
und auch wenn nichts daraus wird
steht dem doch nichts im Wege
darauf lass ich nichts kommen
vielleicht bringt es wirklich nichts
aber da kenne ich nichts:
es macht mir nichts aus
ich hab ja nichts zu verlieren
du weißt: es nützt alles nichts
es sei nichts Halbes, nichts Ganzes
und nichts Genaues weiß man nicht
da hab ich nichts dagegen
es sieht vielleicht nach nichts aus
mir bleibt nichts anderes übrig
ich bleibe mir nichts schuldig
ich sage nur: das sagt mir nichts
(wobei: ich hab ja nichts zu sagen)
nichts wurde mir je geschenkt
du glaubst: es komme nichts dabei raus
es sei nur nur Lärm um nichts
da stecke nichts dahinter
ich weiß: da ist nichts dran
und ich mach mir nichts daraus
(damit hab ich nichts im Sinn)
ich sehe nur: da tut sich nichts
und es ist einfach nichts los
da sagst du – mir nichts, dir nichts – :
damit kann ich nichts anfangen
und ich will auch nichts damit zu tun haben
aber, denke ich, es tut dir doch nichts
nichts steht nichts in nichts nach
nichts für ungut, sage ich
nichts oder so gut wie nichts
und um nichts in der Welt:
mir fehlt einfach nichts
macht nichts, sagst du
es gibt nichts, was es nicht gibt
Welt-Nichts-Tag
was gibt’s?
nichts.
nichts?
nichts!
Dich sehen
was sehe ich, wenn
ich Dich sehe?
wirklich Dich oder nur
(m)ein Bild von Dir?
wirklich Dich oder nur
(D)ein Bild für mich?
wirklich Dich oder nur
mich in Deiner Gestalt?
wirklich Dich oder nur
Dich in meiner Gestalt?
wirklich Dich oder nur
meine Wünsche an Dich?
wirklich Dich oder nur
Deine Wünsche an mich?
was sehe ich, wenn
ich Dich sehe: wirklich Dich?
und bin es wirklich ich, die
Dich sieht?
Fragen und Antworten (2)
wohl weil ich (für alle
Fälle) Fragen über Fragen
stelle: Antworten
fange ich nie ein
Fragen und Antworten (1)
zuerst suchte ich Antworten
und fand Fragen
dann suchte ich Fragen
und fand weder Fragen
noch Antworten
jetzt suche ich weder
Fragen noch Antworten
und finde bisweilen
einen Vers
durch die Blume
zum Jahreswechsel 2024/25
was aber wird uns blühen im neuen Jahr?
ich fürchte: merkwürdige Blüten dürfte
dieses zarte Pflänzchen bald schon treiben
(und auch im neuen Jahr wird kaum
ein Baum in den Himmel wachsen) –
oder glaubt tatsächlich noch jemand
an versprochene Rosengärten?
Und dennoch: Prosit Neujahr! 🌸🌲🌼 🌳🌷
Fundworte/Wortfunde: xyz

schöne Wörter möcht’ ich sammeln –
so wie man alte Hölzer sammelt
in einer Xylothek
schöne Wörter möcht’ ich finden –
fremd, verzweigt, mit tiefer Wurzel
wie das Ypsilon
fragt ihr mich jetzt: was willst du denn
mit dem ganzen Zinnober?
da werd’ ich rot und muss gestehen:
das weiß ich auch nicht – nur:
es macht xyloypszinnig Spaß!
Ihr Lieben, ein fröhliches und entspanntes Weihnachtsfest 🎄 wünsche ich euch allen und einen guten Rutsch in ein hoffentlich xyloypszinnig glückliches Neues Jahr 🎇 !
Fundworte/Wortfunde: w

buchstäblich wortwörtlich
nehme ich das Wort beim Wort
und jeden Laut lautläutlich
und jeden Satz satzsätzlich
– entsetzlich? nein!
poetopoetisch!
Fundworte/Wortfunde: v

vollendet
muss es gar nicht sein:
weder Wort noch Leben –
vollen Endes reicht
vollends