im Ja
am Anfang
ein Nein
im Nein
am Ende
ein Ja
im Ja
am Anfang
ein Nein
im Nein
am Ende
ein Ja
ein unbeschriebenes Blatt
ist die erste Seite
meines ungeschriebenen Buches
die übrigen Seiten bleiben leer
das Buch bleibt ungebunden
ohne Titel
in diesem Buch steht alles
was es zu sagen gibt
und kein Wort darüber
hinaus
Zu diesem Text habe ich inzwischen ein kleines Buchobjekt gemacht, schaut es Euch hier mal an.
im prallen Leben bin ich versauert;
und was die Sache noch verschärft:
hab’s mir mit allerlei Ängsten noch versüßt –
wen wundert’s, dass ich so verbittert?
I Problem
bin ich hier,
will ich dort sein
bin ich dort,
will ich hier sein
II Prämisse
bin ich hier,
ist hier hier
und dort dort
bin ich dort,
ist dort hier
und hier dort
III Konklusion
bin ich hier,
ist hier hier –
und ich bin
hier ganz hier
bin ich dort,
ist dort hier –
und ich bin
dort ganz hier
wenn du ein Gedicht schreibst, dann
vergiss nicht: nach jedem Wort
ein Lächeln
manchmal wird sie müde,
meine Sprache. dann schlüpft
sie rasch in ein Gedicht, schüttelt
die Sätze auf, bettet ihr Haupt
auf ein paar stille Wörter,
schläft bald selig ein
und beginnt zu
träumen
und wieder ein Mai
schon wieder
fast vorbei
schon wieder
wieder und immer wieder?
nein:
noch wieder
Licht fällt ein
ins Wort: ich aber bleib
im Wortschatten
und warte auf ein
lichtes Gedicht
bevor ein Wort
stimmt,
musst du es
stimmen
wie kann ich meine Wörter hören
dort, wo ich einfach nur schauen muss:
so weit die Weite, so licht das Licht
ich höre kein Wort mehr
dort, wo mir der Wind um die Ohren
brüllt, die See mir ins Gedärm tost und
die Sonne mir laut ins Gesicht lacht
ich kann meine geliebten Wörter nicht hören
dort, wo Motoren unaufhörlich brummen, wo ständig
irgendwelche Töne aus irgendwelchen Smartphones
summen und schwätzende Menschen einfach niemals
verstummen