bevor ein Wort
stimmt,
musst du es
stimmen
Wort auf Wort: Poetologisches
in Wortnot (3)
wie kann ich meine Wörter hören
dort, wo ich einfach nur schauen muss:
so weit die Weite, so licht das Licht
in Wortnot (2)
ich höre kein Wort mehr
dort, wo mir der Wind um die Ohren
brüllt, die See mir ins Gedärm tost und
die Sonne mir laut ins Gesicht lacht
in Wortnot (1)
ich kann meine geliebten Wörter nicht hören
dort, wo Motoren unaufhörlich brummen, wo ständig
irgendwelche Töne aus irgendwelchen Smartphones
summen und schwätzende Menschen einfach niemals
verstummen
Furor
außer mir
bin ich noch immer
in der Welt
aus der Welt
will ich sein ganz
in mir
Relationen
außen
so voll
so leer
innen
so leer
außen
innen
so voll
an der Wortgrenze
diesseits des Wortes
schweigen die Dinge
jenseits des Wortes
singt die Stille
ein und aus
ein und aus
geh ich hier
bei mir
zuhaus
allein
bei mir
hier weiß ich
weder aus noch ein
Sein und Name
wie
heiß ich,
heiß ich
wer weiß wie?
wer
bin ich,
bin ich
wer oder was?
was
bin ich,
bin ich
wer weiß was in aller Welt?
Wortsichtig
schau
auf das Wort.
blick hinab auf
seine Schönheit.
schau
in das Wort.
sieh hinaus in
seine Weisheit.
schau
durch das Wort.
schau durch hindurch
und schau.
wabi sabi (Versuch)

späte Reife. einsam. alt.
für Eulenschwinge, der ich überhaupt die Kenntnis dieses Konzepts verdanke (wobei ich es – im Gegensatz zu ihr – noch sicher nicht wirklich ganz zu erfassen vermag)
Eulenschwinges wabi sabi-Reihe (Eulenschwinges Blog ist inzwischen privat, deshalb funktioniert der Link leider nicht mehr) fasziniert mich sehr, und bei diesem Motiv musste ich spontan daran denken und einfach gleich auf den Auslöser drücken (und es wäre nicht ein wabi sabi von Lyrifant, wenn es nicht gleich noch die Wörter “wabi” und “sabi” mitreflektieren müsste – womit es dann sicher kein echtes wabi sabi mehr ist…).
Nebensätzliches
Satz neben Satz. daneben ein Satz neben raus:
ein Nebensatz, der ganz daneben
ist da der Nebensatz nicht
eigentlich der Hauptsatz?