kein Wort
möchte ich verlieren
dort, wo ich keine Worte finde
kein Wort
möchte ich verlieren
dort, wo ich keine Worte finde
zuerst
ein Mai wie
April
dann
ein Mai wie
Mai
zuletzt
ein Mai wie
Juni, Juli und August
was für ein Mai!
ein Wort gibt das andere –
und das andere Wort
ist der Stoff, aus dem
Gedichte steigen
Wörter
atme ich
ein
Worte
atme ich
aus
am Wortrand
stehe ich, zitternd –
doch bereit zum
Sprung
unter Wortformen
such ich die eine, die passt,
mein Leben aus
zu stanzen
vordergründig
ist hintergründig
vordergründig
hintergründig
ist vordergründig
hintergründig
ein erstes Blatt fällt
bald ein zweites und noch eins
schon fällt Blatt um Blatt
mit einem Satz
bin ich ganz
bei meinem Wort
gibt auch der Text
von sich
keinen Laut
für J. H.
geradewegs auf der Strecke
geblieben oder vielmehr
krummenwegs aus der Kurve
gekommen und die Biege
gemacht
allenfalls
in einem Gedicht
spricht sich das
Unsagbare
aus
eine Art Nachhall auf https://versspruenge.wordpress.com/2017/12/27/mehr-als-ein-gedicht/
gern denk ich um
die Ecke und gern auch eine Ecke weiter
um ein paar Ecken weit und weiter
denk ich mich aus
meiner Ecke mit meinen Ecken und Kanten
in alle Ecken und Enden
lass mich nicht in jede Ecke stellen, ecke
an und schreib in jede Ecke
ein Gedicht
Im Oktober 2019 habe ich aus diesem Gedicht ein kleines Buchobjekt gemacht. Schau mal hier vorbei.