im prallen Leben bin ich versauert;
und was die Sache noch verschärft:
hab’s mir mit allerlei Ängsten noch versüßt –
wen wundert’s, dass ich so verbittert?
Mit einfachen Worten
ein Lächeln
wenn du ein Gedicht schreibst, dann
vergiss nicht: nach jedem Wort
ein Lächeln
manchmal
manchmal wird sie müde,
meine Sprache. dann schlüpft
sie rasch in ein Gedicht, schüttelt
die Sätze auf, bettet ihr Haupt
auf ein paar stille Wörter,
schläft bald selig ein
und beginnt zu
träumen
im Wortschatten
Licht fällt ein
ins Wort: ich aber bleib
im Wortschatten
und warte auf ein
lichtes Gedicht
stimmig
bevor ein Wort
stimmt,
musst du es
stimmen
Furor
außer mir
bin ich noch immer
in der Welt
aus der Welt
will ich sein ganz
in mir
Relationen
außen
so voll
so leer
innen
so leer
außen
innen
so voll
an der Wortgrenze
diesseits des Wortes
schweigen die Dinge
jenseits des Wortes
singt die Stille
Sein und Name
wie
heiß ich,
heiß ich
wer weiß wie?
wer
bin ich,
bin ich
wer oder was?
was
bin ich,
bin ich
wer weiß was in aller Welt?
Wortsichtig
schau
auf das Wort.
blick hinab auf
seine Schönheit.
schau
in das Wort.
sieh hinaus in
seine Weisheit.
schau
durch das Wort.
schau durch hindurch
und schau.
wabi sabi (Versuch)

späte Reife. einsam. alt.
für Eulenschwinge, der ich überhaupt die Kenntnis dieses Konzepts verdanke (wobei ich es – im Gegensatz zu ihr – noch sicher nicht wirklich ganz zu erfassen vermag)
Eulenschwinges wabi sabi-Reihe (Eulenschwinges Blog ist inzwischen privat, deshalb funktioniert der Link leider nicht mehr) fasziniert mich sehr, und bei diesem Motiv musste ich spontan daran denken und einfach gleich auf den Auslöser drücken (und es wäre nicht ein wabi sabi von Lyrifant, wenn es nicht gleich noch die Wörter “wabi” und “sabi” mitreflektieren müsste – womit es dann sicher kein echtes wabi sabi mehr ist…).
Nebensätzliches
Satz neben Satz. daneben ein Satz neben raus:
ein Nebensatz, der ganz daneben
ist da der Nebensatz nicht
eigentlich der Hauptsatz?