einen Flügel stutzen,
wenn die Köpfe bleiben?
hat bei einer Hydra
wenig Nutzen …
Gedankenspiele: Unsortiertes
Zeitgeist
der Gefahr ins Auge
singen
laut
gegen die Angst
doch
nur für dich
vor leeren Regalen
im Home-Office
Rassismus. Kein Gedicht
Ich gebe zu, es ist durchaus
ein verlockendes Narrativ:
Rassismus als Geisteskrankheit
zu begreifen.
Spinne weiter: Gehörten dann nicht
diese eine Partei und alle, die sie
wählen und unterstützen, in die
Psychiatrie? Oder zumindest doch
– im Dienste nationaler Sicherheit –
in Quarantäne?
Doch bedenke auch: Ließen wir uns
auf diese Diagnose ein, bedienten
wir uns der Rhetorik und der Metaphorik
derer, die genau dies wollen: Rassismus
als Krankheit einzelner Verwirrter
verharmlosen.
Nein, Rassismus ist keine Krankheit!
Rassismus ist Rassismus.
Kein Symptom.
Keine Diagnose.
Und erst recht kein Gedicht.
pfui!
ui,
wie dreist:
einfach ausgetrickst,
die einfache Mehrheit
hui,
wie fix:
doppelt ausgepielt,
die Demokratie
pfui,
wer da hat mitgespielt,
doppelzüngig
pfui,
wer da hat mitgetrickst,
mit einfachen Mitteln
zum bösen Zweck
Heute ist ein schwarzer Tag für die Demokratie in unserem Land: Ein 5%-FDP-ler ist sich nicht zu schade, sich mit den Stimmen der rechtsradikalen Höcke-AFD zum thüringischen Ministerpräsidenten wählen zu lassen (und dies mit Unterstützung der CDU).
Schopenhauer in Potenz
Die Welt ist meine Vorstellung.
Und in meiner Vorstellung bin ich die Vorstellung der Welt.
Dabei bin ich nur die Vorstellung einer Welt, die mich vorstellen lässt, die Welt sei meine Vorstellung und ich sei in meiner Vorstellung die Vorstellung der Welt.
Oder ist die Welt nur eine Vorstellung meiner selbst, wie ich mir vorstelle, ich sei die Vorstellung einer Welt, die meine Vorstellung ist?
Und was wäre dann mein Wille?
zum Heulen
heulen
muss ich
mit den Wölfen
um die Wölfe
heulen
tu ich
mit den Schafen
um die Schafe auch
wie ich’s auch
dreh und wende: es ist
zum Heulen
(19.12.2019 – Verabschiedung des Gesetzes zum Abschuss von Rudeln)
Schneetage
Lyrifants Adventskalender 2023 Türchen 12
Tage, an denen du
dein Leben liebst, wie es ist
(obwohl es nicht geschneit hat)
Tage, an denen du
dich magst, wie du bist
(obwohl du nicht schneien kannst)
solche Tage nennt man wohl
Schneetage
voll leer
Wahre Fülle
findest du nur
in der Leere.
Das fiel mir heute so ein, als ich durch die vorweihnachtlich trubelige Stadt ging … Sowas könnte aber auch schon mal jemand gedacht oder gesagt haben, oder? Gibt es diesen Spruch vielleicht schon?
Porzellanhochzeit
Hm, wie feiert man denn eine Porzellanhochzeit?
Vorsichtig, würde ich sagen, ganz vorsichtig!
Und noch viel vorsichtiger, wenn man, wie Du,
mein Liebster, vor 20 Jahren einem Elefanten
das Ja-Wort gegeben hat.
zur rechten Zeit
die liebe Not tut uns
das rechte Wort
zur rechten Zeit:
es ist kein leichtes,
vielleicht ein linkes,
in jedem Falle
für alle Fälle
ein fälliges
Fragen, die wir uns vielleicht stellen sollten
wie weit genau gehe ich mit,
wenn ich da einfach so mitlaufe?
wobei mache ich eigentlich mit,
wenn ich da nur so mittue?
wofür klatsche ich da im Grunde mit,
wenn ich einfach nur mitlache?
muss ich wirklich alles mit,
nur weil ich halt mitwill?
tja, und was rede ich da immer mit,
wenn ich gar nicht mitdenke?
Altenstadt-Waldsiedlung
es bildet sich hier im Kleinen nur ab,
was im Großen schon längst
böse Realität ist: braun
gibt es leider in jeder Farbe