wer stets an Wörtern hängen bleibt, kann
schon nicht zwischen die Zeilen fallen
Gedankenspiele: Unsortiertes
Konsequent
ein Versuch in den Spuren von Herta Müllers Collage-Gedichten – so ganz ist es meine Methode nicht 😕

ein Kalauer
(den ich mir nicht entgehen lassen kann)
von wegen Kurswechsel:
die österreichische Regierung
bleibt auf Kurz 😉
ein Einfall
an Tagen, an denen mir
plötzlich nicht mehr einfällt,
was mir sonst immer einfällt,
wenn mir nichts mehr einfällt,
fällt mir auf, wie schön doch Einfälle
sind im Gegensatz zu solchen Ausfällen
Altweibersommer
die Sonne brennt nicht mehr so heiß,
und ihre Schatten werden länger.
die Winde frischen auf zu ersten Stürmen,
und auf den Morgen legt sich früher Nebel.
die Tage werden merklich kürzer,
und in den Nächten kühlt es deutlich ab.
die ersten Vögel ziehn gen Süden –
doch vor allem: auch die Engel fliegen tiefer.
Modi des Sterbens
klar, niemand will sterben.
und, ja, niemand soll sterben.
aber natürlich können wir sterben.
und am Ende müssen wir alle sterben.
warum aber sollten wir nicht auch sterben
dürfen?
Sackgasse
rechts abbiegen, um
Krisen und Probleme
links liegen zu lassen –
ein Weg, der geradewegs
in eine Sackgasse führt:
wo niemand mehr weiß, wo
rechts und links ist
eine Frage an Einstein
wie lang ist das Leben,
wenn wir es beginnen!
wie kurz ist das Leben,
wenn wir an seinem Ende stehn!
wie aber ist das Leben bemessen,
während wir gerade dabei sind zu leben?
mit würde
würde ich mich
meiner würde
würdig zeigen,
würde ich noch heute
die würde des menschen
– weder würdevoll noch würdelos –
in den würdegriff nehmen:
werde was würde
Faltungen, lyrisch
inspiriert von Jürgen Küsters Faltungen-Projekt auf Buchalovs Blog
ich schreib mir eine Fal
te ins Gedicht
und falz mir keine einfäl
lt, schreib ich mir glatt die Sorgfalt
aus dem Gesicht und falte sie auf
eine Spalte Papier
#ich zeige Faltung!
und schreib mir eine Fal
te ins Gedicht
zwiefältig, vielfaltig
fall mein Vers auf
kalten Asphalt
Echo
nachts
suche ich Wörter, die
das heimliche Lächeln
der stillen Dinge ent-
decken
morgens
finde ich Dinge, die
auf den stummen Gruß
der Wörter leise ant-
worten
Mai
so lass ich meine Wörter
tanzen in den Mai tanzen
lass ich die Wörter im Mai
tanzen meine Wörter und
ich den Mai über sehe ich
die Wörter tanzen und mich –
dem Sommer entgegen