Lyrifants Adventskalender 2023 Türchen 12
Tage, an denen du
dein Leben liebst, wie es ist
(obwohl es nicht geschneit hat)
Tage, an denen du
dich magst, wie du bist
(obwohl du nicht schneien kannst)
solche Tage nennt man wohl
Schneetage
Lyrifants Adventskalender 2023 Türchen 12
Tage, an denen du
dein Leben liebst, wie es ist
(obwohl es nicht geschneit hat)
Tage, an denen du
dich magst, wie du bist
(obwohl du nicht schneien kannst)
solche Tage nennt man wohl
Schneetage
Lärm
ist der Leib
der Welt,
und ihre Seele
Stille
ich will die Stille der Dinge
(doch wie still sind Dinge?)
in ein Stillleben geben
ich will in der Stille der Dinge
(doch wie still sind Dinge?)
still leben nur
im stillLeben will ich
Stille leben
still eben
Wahre Fülle
findest du nur
in der Leere.
Das fiel mir heute so ein, als ich durch die vorweihnachtlich trubelige Stadt ging … Sowas könnte aber auch schon mal jemand gedacht oder gesagt haben, oder? Gibt es diesen Spruch vielleicht schon?
was weißt du, Sprache,
schon von Welt?
was weißt du, Welt,
schon von Sprache?
Heute im Sonderangebot:
Teddybär mit Schleife
(mein Beitrag zu Nikolaus)
Zu tausenden liegt er nun aus –
es ist Nikolaus: der Bär muss raus.
Einer sieht wie der andere aus,
doch wenn er einzieht in dein Haus,
dann wird er – unversehens und kurzum
und unter bärigem Gebrumm –
zu einem Individuum
mit eigener Bärsönlichkeit
in seiner Menschenähnlichkeit.
Sogleich gehört er ganz zu dir:
Er wird dein Lieblingskuscheltier.
und nein, ich habe ihn nicht gekauft, sondern habe ihn ganz schmählich seinem Massen-Dasein überlassen – wie schofel von mir!
keinen Begriff
mach ich mir von
meiner Welt, die
ich nicht begreife
lieber lass ich meine Sprache reifen
zu finden ein neues Riff
spiele
mit den Grenzen.
deiner Sprache. deiner Welt.
verschiebe Sil.ben. Wol.ken. Brü.cken.
stelle Wörter. Wälder. Bücher. auf den Kopf.
spring. über SätzeSchätzeTürme. und
dichte. und
spiele
Hm, wie feiert man denn eine Porzellanhochzeit?
Vorsichtig, würde ich sagen, ganz vorsichtig!
Und noch viel vorsichtiger, wenn man, wie Du,
mein Liebster, vor 20 Jahren einem Elefanten
das Ja-Wort gegeben hat.
spring
und dichte
über die Grenzen
deiner Sprache
rehte enmitten durch
deine Welt
mitten hinein
ins Offene, Freund
indem ich Welt in Sprache fasse,
wird sie mir fassbar – im Rahmen
der Fassung, die ich ihr gebe
viel lieber aber lasse
ich sie (und mich)
fassungslos
ein bescheidenes geblümtes Lob für einen Meister-Blümer zum 701. Todestag
Vergessdeinicht:
Rosen-röselechter Wort-
Orchideenzüchter, du!
Ulme, hochgewachsen, unter
Walnussbäumen, jung zwischen alten
Eichen.
Nelken, nelkenrot, und
Lilien, lilienweiß – dazu eine kleine
Olive – leg ich dir aufs Grab, ich kleines
Buschwindröschen
Vor einem Jahr hat mich Meister Frauenlob alias Heinrich von Meißen sehr in Atem gehalten. Damals war mein Lob adäquater als heute – sorry, Meister, aber ich bin einfach nur müde (aber nicht frauenlob-müde, keinesfalls!).