“Das Leben und ich,”
feixt der Tod, “wir sind
ein gutes Team:
Das Leben pflügt und sät,
und mir obliegt die Ernte.”
Leben, Überleben
Ohne-Wort
so tief Dein Leid
so tief kein Mit-Leid
so flach ein Wort
so flach mein Ohne-Wort
kunterbunt
manchmal
treibt es das Leben mit dir
ganz schön bunt:
kunterbunt
und manchmal
wird es dir dann doch
zu bunt:
kunterbunt
dann siehst du
nur noch schwarz
nur noch rot:
kunterschwarz
kunterrot
Innehalt
wie fest du
gehalten bist, weißt
du erst, wenn du
fällst
black and blue
zur blauen Stunde
an schwarzen Tagen
dich mit blauem Trauerblues
volllaufen lassen, bis
du schwarz bist
Mein Schneckenhaus
ein Rückzug in
mein Schneckenhaus
hilft mir so ganz und gar
nicht, weil ich mich so ganz
und gar und tief in meines
Schneckenhauses
Windungen
verirr
Die Kunst der Interpretation
in Sinnsuche versiert:
des Lesens kundig,
im Deuten geübt,
so fündig wie
findig
nur die Zeichen des eigenen Lebens
vermag ich nicht zu verstehen
Kurzglückfragmente (15)
blaues Polarlicht huscht über rumgewärmte Rotweinfläche:
Feuerzangenbowle
wenn dir die Stimme versagt
wenn dir die Stimme mir nichts, dir nichts versagt,
sagst du nichts mehr, versagst du dir ein jedes Wort,
sprichst du kein Wort mehr, und du versprichst ihr
zu schweigen, bis dir die Stimme verspricht,
dir nichts, mir nichts, nichts zu verschweigen
Süße Perfidie
man streicht dir Honig
auf das Brot, von dem man
dir zuvor noch eben rasch
die Butter genommen hat
Alltag Allnacht
Nachts
falle ich ins
Nichts.
Tags
schreit es in mir:
Trag’s!
Septembermorgen
Goldlicht bricht
durch Silbernebel,
der zwischen Bronzeästen
in Kupferblättern sich verfängt:
schwer legt der September
sich auf mein Herz
aus Erz