Die Dinge, die Dinge

Sie nisten in unseren Schränken
und unter Tischen und Bänken,
sie nisten sich ein in unseren Töpfen,
sie nisten sich ein in unseren Köpfen,
sie lagern auf unsren Regalen
sie lagern in Schüsseln und Schalen,
sie lagern sich ein in Keller und Schacht,
sie belagern den Geist und das Leben – hab acht!
Sie setzen sich in jedes Eck
sie besetzen einfach Fleck um Fleck,
sie quellen aus allen Ritzen,
quellen über, glänzen, blitzen,
sie winken, sie rufen, sie locken,
sie gähnen, lungern, hocken,
sie wuchern über Tür und Tor,
überwuchern alles, dringen vor.
Sie sind da und dort und da,
sie sind da, sind immer da,
sie werden mehr und mehr
und immer mehr –

Wir glauben sie haben zu wollen,
wir denken sie zu besitzen,
dabei sind sie es, die uns besitzen,
dabei sind sie es, die uns ganz haben wollen:
die Dinge, die Dinge,
die uns umarmen wie Ringe,
die uns fangen in ihrer Schlinge:
die Dinge, die Dinge.

Vertane Zeit

Und noch ein Text, der seinen Ursprung einer Formulierung der lieben Eulenschwinge verdankt…

Stets nehmen wir uns Zeit,
obgleich wir uns Zeit schenken müssten,
um Zeit zu haben.

Bisweilen vertreiben wir uns die Zeit,
stehlen einander die Zeit,
ja, schlagen die Zeit sogar tot,
anstatt uns Zeit zu lassen.

Wie oft spielen wir ganz auf Zeit,
wobei wir Zeit verlieren,
indem wir Zeit zu gewinnen glauben.

Wir denken, wir gehen mit der Zeit,
weil wir fürchten, die Zeit könnte stehen bleiben,
obwohl wir von Zeit zu Zeit
die Zeit am liebsten anhalten würden.

Doch die Zeit vergeht,
und es kommt die Zeit,
da es allerhöchste Zeit sein wird,
Zeit zu finden für uns und für unser Leben,
bevor wir für alle Zeit
das Zeitliche segnen.