Manchmal
komme ich auf
keinen grünen Zweig.
Dann
lach ich mir
eben einen Ast
ab.
Gesägt
habe ich schon
oft genug.
Manchmal
komme ich auf
keinen grünen Zweig.
Dann
lach ich mir
eben einen Ast
ab.
Gesägt
habe ich schon
oft genug.
Alltag heißt
die Chance, jeden Tag ein All
zu entdecken.
Aus den Tiefen ihrer Schubladen hatte sie nun doch wieder ihr Kirschblüten-Briefpapier hervorgekramt und schrieb nun viele lange Briefe, in denen sie umfassend Antwort gab auf die großen philosophischen Fragen der Menschheit nach dem Woher, Wohin und Warum – und sie erklärte die Welt in jedem Brief ein wenig anders (denn nichts erfreute ihr Herz mehr als Variation). Nun konnte die nächste Einladung kommen, und sie war vorbereitet auf diesen einen obligatorischen Satz:
“Um Antwort wird gebeten.”
hab immer und überall
ein ernstes Wörtchen
mitzureden
kein Sterbenswörtchen aber
sag ich zum
Leben
eingedenk der Ostermärsche 2017
Wer erklärt mir den Krieg?
Kriegt da jemand
vom Kriegen nicht genug –
und was kriegt der Krieger?
Wer führt Krieg – und wohin?
Und wie sieht jemand aus, den
man mit Krieg überzieht?
Kann man Truppen auch
per Mail entsenden?
Und was bleibt von ihnen übrig,
wenn man sie zusammenzieht?
Bei welcher Lotterie kann ich
einen Krieg gewinnen?
Und wo kann ich ihn wiederfinden,
wenn ich ihn verloren habe?
Was ist eine gelungene
Operation – und wer ist der Arzt,
wer der Patient?
Was genau entscheidet eine Schlacht?
Und wer muss bluten
in den vielen blutigen Schlachten?
Wohin flieht
ein ausgebrochener Krieg?
Und wer nimmt dann
den Kampf auf?
Stehen Gefallene wieder auf und
stehen dann die Waffen still?
Und wer eröffnet dann das Feuer?
Ist beim Friedensschluss
der Friede am Ende?
Wer herrscht, wenn
Friede herrscht?
Und wo kann ich
Frieden stiften?
Wer erklärt mir den Krieg?
Das Wort ist mein Atem, mein Herz. Es hält
mich in der Welt,
es hält mich
am Leben.
So, und damit würde ich diesen kleinen Zyklus erst einmal beeinden.
Das Wort ist mein Auge, mein Ohr.
Damit sehe, höre ich die Welt,
wie sie ist, wie sie
war, wie sie
sein kann.
Das Wort ist mein Apfel.
Ich beiße hinein
und erkenne
die Welt.
Das Wort ist mein Wasser, mein Brot.
Ich trinke davon, ich esse davon,
wann immer die Welt mich
hungrig und durstig
zurücklässt.
Das Wort ist mein Messer.
Ich steche es der Welt
ins Herz, bevor sie
mich erdrückt.
Das Wort ist meine Angel.
Ich werfe sie aus nach
Träumen, bevor
die Welt mich
verschluckt.
Das Wort ist mein See. Ich
springe hinein, kopfüber,
bevor mich die Welt
verbrennt.