fernauf fernab gängiger Wege
weitaus weitein
nahezu naheweg
hellauf hellab der Mond
vollauf vollunter
rundum rundin
kurzum: kurzüber alle Welt
fernauf fernab gängiger Wege
weitaus weitein
nahezu naheweg
hellauf hellab der Mond
vollauf vollunter
rundum rundin
kurzum: kurzüber alle Welt
Da
steckt der Wurm
nun mittendrin.
Steckt fest,
der arme Wurm!
Kann nicht vor,
kann nicht zurück:
Oh, wie ihn das
wurmt!
auf einmal
kommt alles
auf einmal
auf einmal
mehr oder weniger
kommt es dann
nicht mehr an
auf einmal
kommt alles
einmal auf
gestern das Pferd hinter den Wagen
heute die Kuh vom Eis
morgen eine neue Sau durchs Dorf
Lyrifant goes Smartphone… und ist lyrisch ganz fasziniert vom neuen Vokabular 🙂
ich immer auf Vibration
den Blaufilter ein
bei Anruf stumm geschaltet
Du kennst das Muster mich zu entsperren
hinterlässt Fingerabdrücke auf meinem
touchscreen
wir in neuen Kontakten, wireless
voll geladen, unser theme: Moonlight
legst Du auf, fall ich in den
Schlafmodus
unter den vielen Worthülsen finde ich
nicht die Wortbohne, stakse umher
wie der Storch im Wortsalat, der
seine Wortlinse verloren hat
Manchmal
komme ich auf
keinen grünen Zweig.
Dann
lach ich mir
eben einen Ast
ab.
Gesägt
habe ich schon
oft genug.
gedichtweise
sing’ ich
gedichtweisen
bring’ ich
ins gedichtweiße
dring’ ich
gedichtweise
bin ich
gedichtweiß(was)
vielleicht
gedichtwaise
auch nur
Sprecht mir nicht von
Durchblick, nur
weil ihr durch
mich hindurch
seht. Durchsichtig
scheine ich euch,
doch habt ihr mich
noch lange nicht
durchschaut.
Sophie Paulchens Lyrische Woche frapalywo kam diesmal für mich total ungelegen… doch haben sich die Impulse im Laufe der Woche in meinem Kopf selbstständig gemacht, und deshalb gibt es nun hier eine (nicht ganz erst gemeinte) frapalywo-Reihe in einem Schwung.
tag 1: die gute stube
nur herein
in die gute stube
doch nein! – ein
schlichtes zimmer
genügt nicht mehr,
da muss es schon ein
flottes loft sein
tag 2: hotelzimmer
ein stuhl, ein tisch
ein bad, ein bett,
tv, wc und internet
tag 3: flur
flurauf, flurab –
so geht’s nun seinen gang
und immer schön den korridor entlang
tag 4: gartenlaube
dort hinter der laube
nascht die taube
an der traube
und meine schraube
macht sich aus dem staube
dort hinter der laube
tag 5: dachkammer
wenn mein herz
im keller sitzt,
zieht mein kopf
in die mansarde
tag 6: hochhaus
hochhaus
hoch hinaus
hoch hinauf
hoch in den himmel hinauf
hoch und höher
hoch höher und höher
bis es nicht mehr
geht
tag 7: reihenhaus
hausanhausanhausanhaus
undweitundbreitkeinhaus, das aus
der reihe tanzt
im sinnlos
die sinnhaft
erkennen –
das ist wahre
sinnfreiheit
ja nein
komm geh fort
voll leer hier
sind viele wohl krank
waren bloß zugedeckt
fahren halt
schon noch
eben steil
bis alles ganz kaputt
das ist vielleicht sicher
doch bestimmt ungewiss