Totensonntag
Totenmontag
Totendienstag
Totenmittwoch
Totendonnerstag
Totenfreitag
Totensamstag
Totensonntag
Totenalltag
Totenwoche auf
Totenwoche
Totenmonat auf
Totenmonat
Totenjahre auf
Totenjahre
Krieg
Totensonntag
Totenmontag
Totendienstag
Totenmittwoch
Totendonnerstag
Totenfreitag
Totensamstag
Totensonntag
Totenalltag
Totenwoche auf
Totenwoche
Totenmonat auf
Totenmonat
Totenjahre auf
Totenjahre
Krieg
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Eberswalde. Hoyerswerda.
Rostock-Lichtenhagen.
Mölln. Solingen.
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und
die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses
sind unverletzlich.
Nürnberg-Ost. Nürnberg-Südstadt.
Hamburg-Bahrenfeld. München-Ramersdorf.
Rostock-Toitenwinkel. Nürnberg-Gleißhammer.
München-Westend. Dortmund-Nordstadt.
Kassel. Heilbronn.
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Templin. Magdeburg.
Dresden. Leipzig.
Wo noch überall?
Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich.
Wo noch überall?
Wo noch überall?
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Zum Volkstrauertag
– eine Antwort auf Rolf Bossert –
argument
ich schrei
beweil
ich
a
gesagt habeRolf Bossert, aus: Ich steh auf den Treppen des Winds
und
a
hast du gesagt
weil
sie dir
ein X für ein U
vorgeschrie
ben haben
und das
von A bis Z
Was ist des Unschuldigen Schuld –
Wo beginnt sie?
Sie beginnt da,
Wo er gelassen, mit hängenden Armen
Schulterzuckend daneben steht,
Den Mantel zuknöpft, die Zigarette
Anzündet und spricht:
Da kann man nichts machen.
Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld.Gerty Spies
I
Des Unschuldigen Schuld
Beginnt dort, wo endet
Des Schuldigen Unschuld.
II
Schuldlos schuldig
Der Schuldige
Stirbt dort, wo lebt
Der Unschuldige
Schuldig schuldlos.
III
Des Unschuldigen Unschuld
Schuldet ihre Unschuld
Des Schuldigen Schuld.
Des Schuldigen Schuld
Schuldet ihre Schuld
Des Unschuldigen Unschuld.
IV
Des Unschuldigen Schuld
Entschuldigt nicht
Des Schuldigen Schuld.
Des Schuldigen Unschuld
Entschuldigt nicht
Des Unschuldigen Schuld.
Jenseits von
Ja oder Nein
blinzelt
das Leben.
Jenseits von
Für oder Wider
lächelt
die Liebe.
Jenseits von
Schwarz oder Weiß
ist es
bunt.
Wir sind wir.
Die anderen sind die anderen.
Das ist ein klarer Fall,
so denken wir.
Wir sind wir.
Die anderen sind die anderen.
Das ist ein klarer Fall,
so denken auch die anderen.
Wer sind denn nun wir?
Und wer sind die anderen?
Wer Gewinne macht,
verliert.
Wer Verluste macht,
gewinnt.
Man muss Geld sparen,
um es auszugeben.
Man muss Geld ausgeben,
um es zu sparen.
Wer verkauft,
ist gekauft.
Wer kauft,
ist verkauft.
Wer Arbeit gibt,
nimmt.
Wer Arbeit nimmt,
gibt.
Sie kommen und suchen bei uns
gesenkten Hauptes Asyl.
Wir empfangen sie
am ausgestreckten Arm
und heißen sie
bei lebendigem Leib willkommen.
Wir weisen sie
alle Hände voll zurück,
sehenden Auges,
und sie kehren um,
mit offenem Mund und
den Rücken zur Wand,
sie gehen
stehenden Fußes, aber
aufrechten Ganges.
Mögen sie bald wiederkehren
und uns – diesmal
erhobenen Hauptes und
die Nase gestrichen voll –
unsere Schuld
unter die Haut schreiben,
bis über beide Ohren.
Und mögen uns ihre Schreie
mit Händen und Füßen heimsuchen
am ganzen Körper.
nach Paul Celan
Schwarzes Meer der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens wir trinken dich zwischen Nacht und Tag
wir trinken und sinken
wir sinken und trinken
wir schöpfen ein Grab aus den Wassern
Sie hören die Möven uns hören sie nicht sie rufen
sie rufen “Zurück” sie zählen
die dicken Fische
hinter den dicken Mauern aus Wasser
hinter den engen Wachen aus Stein
Nass ist
dein aschenes Haar du Mensch auf der Flucht
Tief sinkt
dein bleierner Leib der Tod ist ein Meister aus
Europa