ich sehe schwarz
auf weiß, ich weiß
ich male schwarz
nur in schwarz-weiß
denn ich bin ein
bis zur weißglut
schwarz
gebranntes kind
ich sehe schwarz
auf weiß, ich weiß
ich male schwarz
nur in schwarz-weiß
denn ich bin ein
bis zur weißglut
schwarz
gebranntes kind
wenn diese selbsternannten Therapeuten
dir wieder einmal sagen: Mensch, bedenke,
du bist mehr als dein
Schmerz
dann nickst du lächelnd, denn du weißt:
ja, ich bin auch das Wort, um meinen
Schmerz zu fassen, ich bin auch mein
Schmerzwort
doch wenn das Wort nicht so recht passen
mag, dann hast du zu all deinem Schmerz
auch noch diesen furchtbar quälenden
Wortschmerz
der dir vollends bewusst macht: ja,
ich bin mehr als mein
Schmerz
Was mag der Ohrwurm am liebsten?
Kopfnüsse und Zungenmandeln? Oder
Nasenwurzeln und Wangenknochen?
Oder doch seine Ohrmuscheln?
Nein! Am liebsten ist ihm sein Augapfel –
da vergeht ihm Hören und Sehen.
schau
wie hell
ein jeder Augenblick
im Augenschein deines Augenlichts
leuchtet
der Sehsinn
turmhoch
stürme ich
türmen sich türme
stürmen mich stürme
türme ich
sturmtief
Liebe, scheint es, sucht das Wort.
Wortlos aber bleibt, wer liebt,
im Augenblick der Liebe.
umarmen möcht ich Dich
umhalsen umbauchen umbeinen
ummunden auch
abküssen könnt ich Dich
auf und ab und aufküssen
von Fuß bis Kopf
herzen möcht ich Dich
und leiben und körpern
geisten und seelen
einkuscheln möcht ich
mich in Dich und uns
aus und hinauskuscheln
beiliegen will ich Dir
beileben und beilieben
nicht neben nicht mit
nur um und in
ohne Pause
pausenlos
bis du selbst
nur noch
eine Pause
deiner selbst
bist
so lang und breit
erzählt sich der Fluss
durch die nächtliche Landschaft
so voll und ganz
schreibt sich der Mond
ins schwarze Wasser der Nacht
ganz kurz und klein
schlage ich mich durch die Büsche
ans Ufer, stehe, schaue und staune:
ach, schön und gut
ist die Welt, ist mein Leben
in genau diesem einen Augenblick
Erinnerungen flattern auf wie Vögel,
die, wenn du näher kommst, auf
und davon stieben, doch sobald
du stehen bleibst, sich wieder auf
den Ästen nieder kauern. Sie nisten
für bestimmte Zeit, bis sie sich auf
den letzten Zug gen Süden machen.
Immer wieder lote ich aus, wie viel ich mit wie wenig Wort sagen kann. Besondere Beachtung finden dabei immer wieder Wörter, die zwar unverzichtbar sind, aber sonst nicht im Vordergrund stehen. An die Qualität meines Erstversuches – Das Lied vom Scheitern – komme ich leider nicht wieder ran, aber es bleibt spannend!
und und und
und und und und
aber
und doch
aber aber
doch doch
und aber doch
na und?
Heute Abend war ich wieder einmal bei einem wunderschönen Konzert der fantastischen Capella Moguntina – und der Titel ihres neuen Herbstprogramms “In Sturm und Frieden” (nach einem Zyklus von Gabriel Rheinberger) hat mich inspiriert zu folgendem Liebesgedicht.
In Sturm und Frieden
Bist Du bei mir.
Trägst mich durch Sturm.
Schenkst Frieden mir.
Bringst mich auf Sturm.
Nimmst mir den Frieden.
Nimmst mich im Sturm.
Bringst mir den Frieden.
Läufst mit mir Sturm.
Schließt für mich Frieden.
Hältst mich im Sturm.
Lässt mich in Frieden.
Läutest Sturm
In meinen Frieden.
Findest Frieden
In meinem Sturm.
In Sturm und Frieden
Bist Du bei mir.
Bist Sturm, bist Frieden
mir.