Passend zum Thema: Ein Gedicht-Bastel-Satz – viel Spaß beim Puzzeln!
Eine Fortsetzung zu Situationen (ad infinitum)…
Er sagt ihr, ja,
es gebe viele Situationen,
in denen er sie
liebt.
Und dass er ihr
das wohl ab und zu mal
sagen müsse.
Müsse er nicht,
sagt sie, denn
sie wisse doch,
dass er sie
liebe.
Sie denkt,
warum sagt er ihr
nicht, dass es auch Situationen
gibt, in denen er sie
nicht liebt?
Das müsste er ihr doch
sagen, oder?
Er sagt,
es gebe Situationen,
in denen er sie
nicht liebt.
Und dass er ihr
das sagen müsse.
Müsse er nicht,
sagt sie, denn
sie weiß genau,
welche Situationen
er meint.
Sie denkt,
warum sagt er ihr
nicht, dass es Situationen
gibt, in denen er sie
liebt?
Das müsste er ihr doch
sagen, denn
in diesem Fall
wüsste sie nicht,
welche Situationen
er meinen könnte.
Wer von Säuberungen spricht,
wird eine breite Spur von
Dreck, Schmutz und Unrat
hinterlassen. Sauber bleibt
noch nicht einmal seine Weste.
Ich frage mich:
Wie oft wohl
habe ich schon
vor diesem verdammten Gral
gestanden, ohne
die erlösende Frage
gestellt zu haben?
Und warum
habe ich mich das
bisher noch nie
gefragt?
Solange noch
in meinem Kopf
die Wörter
mich umsummen,
bin ich ganz
bei mir.
Sobald jedoch
in meinem Kopf
die Wörter
beginnen zu
verstummen,
verlier ich mich
in mir,
kann nur noch
brummen,
von meinen Musen
verlassen.
Welt, wohin gehst du?
Welt, wohin führt das?
Welt, wohin bringt es uns?
Welt, wohin haben wir es gebacht?
Welt, wohin mit uns, wenn die Welt aus den Fugen ist?
Welt, wohin mit dir, wenn wir die Welt aus den Angeln heben?
Welt, wohin?
wäre würde hätte könnte:
ich kann wie ich kann
könnte ich wie ich nicht kann
könnte ich nicht wie ich kann
könnte wäre würde hätte:
ich habe was ich habe
hätte ich was ich nicht habe
hätte ich nicht was ich habe
hätte könnte wäre würde:
ich werde wozu ich werde
würde ich wozu ich nicht werde
würde ich nicht wozu ich werde
würde hätte könnte wäre:
ich bin was ich bin
wäre ich was ich nicht bin
wäre ich nicht was ich bin
wäre würde hätte könnte:
ich kann und ich habe
und ich werde und ich bin
was ich kann was ich habe
was ich werde was ich bin
Ich schriebe mein Leben
gern in Schönschrift.
So schreibe ich mir
mein Leben schön,
mein Leben ins Schöne.
Und schreibe für
mein Leben schön
mich schön für
mein Leben. Und
schreibe mich schön
um mein Leben.
So schreibe ich
um mein Leben.
Schön.
Angeregt durch den Kommentar von wortwerkzeug zu meiner ersten Version hab ich noch mal nachgedacht und am Kalligraphie-Gedicht noch etwas weiter gefeilt. Wie gefällt Euch das Ergebnis?
Ich schreibe
mein Leben
in Schönschrift.
Ich schreibe mir
mein Leben
schön.
Ich schreibe mir
mein Leben
ins Schöne.
Ich tu meinem Leben
schön:
Ich schreibe.
Ich lebe mein Leben
schön:
Ich schreibe.
Ich schreibe
für mein Leben
schön.
Ich schreibe mich
schön
für mein Leben.
Ich schreibe mich
schön
um mein Leben.
Ich schreibe
um mein Leben.
Schön.
Maske um Maske
suche ich unter
den vielen Masken
mein Gesicht.
Doch ich finde es nicht.
maulfaul,
singt das schreibweib,
bin ich beileibe nicht:
ich liebe verse tanglang,
dagegen sprüche furzkurz.
ich mag pointen darmwarm
und metaphern kloßgroß,
die gedanken eher jochhoch
und die moral schweinrein.
ich hab’s gern steinklein
und mieftief, doch
kein scheitbreit charme-arm,
lieber strengeng,
aalschmal und
blickdick, aber
dafür zeitweit.
bin ich nun scheichreich
an hirnzwirn
und sitzwitz –
oder einfach nur
krummdumm?