lieben, singen, singen, lieben

wenn ich liebe
singe ich, und
wenn ich singe
liebe ich

ich singe
weil ich liebe, und
ich liebe
weil ich singe

ich liebe
um zu singen, und
ich singe
um zu lieben

indem ich singe
liebe ich, und
indem ich liebe
singe ich

ich singe so
wie ich liebe, und
ich liebe so
wie ich singe

und Du
bist mein Lied

Schwimm mich auf den Grund der Liebe

angelehnt an Leonard Cohens “Dance me to the end of love”, das mich vor einiger Zeit tief berührt hat und zu dieser Variation inspiriert hat, die ich schon lange schreiben wollte – jetzt endlich habe ich die richtigen Worte gefunden, hoffe ich

Schwimm mich in die Wunden des verletzten Meeres
Schwimm mich in das Salz seiner Tränen
Sei die Planke, die mich hält
Schwimm mich an das Ufer der Liebe
Schwimm mich an das Ufer der Liebe

Schwimm mich an den Strand der zu früh Gestrandeten
Schwimm mich ins Vergessen der zu früh Vergessenen
Sei mein Leuchtturm, sei mein Stern
Schwimm mich bis ans Ende der Liebe
Schwimm mich bis ans Ende der Liebe

Schwimm mich über ihre Lieder, die das Meer zu Ende sang
Schwimm mich in die Hoffnung, die das Meer zu Ende sprach
Berühr mich mit Deiner nassen Hand
Schwimm mich bis an das Ende der Liebe
Schwimm mich bis zum Grund der Liebe
Schwimm mich auf den Grund der Liebe

Abenddämmerung am Meer

So, und nun doch noch eine echte dichterische Aneignung (nach dem Experiment Übersetzung). Und da mich das Meer kürzlich inspiriert hatte, mich auf Haiku und Tanka einzulassen, eben nun in entsprechender Form, wobei ich mir die Freiheit genommen habe, die Form zu überschreiten – aber ich fand, dass es genau so Sinn macht.

Abenddämmerung
am Meer: Dunkelndes Blau – nah
Ewigkeit allein.

Zwischen Sonnenuntergang
und Abendstern: Weite nur –

und Du!