Gestern
hab ich geweint
vor Schmerz,
weil ich Dich habe
lange nicht
sehen können.
Heute
hab ich geweint
vor Glück,
weil ich Dich habe
kurz
sehen können.
Gestern
hab ich geweint
vor Schmerz,
weil ich Dich habe
lange nicht
sehen können.
Heute
hab ich geweint
vor Glück,
weil ich Dich habe
kurz
sehen können.
An Tagen und in Nächten,
die Du nicht bei mir sein kannst,
die ich nicht bei Dir sein kann,
spinne ich Worte
zu einem Faden aus Klängen, die
mich an Dich erinnern,
zu einem Faden, an dem
ich mich halten kann,
webe ich Worte
zu einem Tuch aus Bildern, die
mich Dir nahe zeigen,
zu einem Tuch, mit dem
ich Dir winken kann,
knüpfe ich Worte
zu einem Teppich aus Geschichten, die
mir von Dir erzählen,
zu einem Teppich, auf dem
ich zu Dir fliegen kann.
Du bist mein
Ein und Alles.
Du bist
der Körper meiner Welt,
die Seele meines Lebens.
Du bist
die Sonne meiner Tage,
der Mond meiner Nächte,
der Stern auf meinem Weg.
Du bist
die Erde, auf der ich stehe,
die Luft, die ich atme,
das Wasser, aus dem ich trinke,
das Feuer, das mich wärmt.
Du bist
das Auge, mit dem ich sehe,
das Ohr, mit dem ich höre,
die Nase, mit der ich rieche,
die Zunge, mit der ich schmecke,
die Haut, mit der ich fühle.
Du bist
der Frühling, in dem ich erblühe,
der Sommer, in dem ich reife,
der Herbst, in dem ich Früchte trage,
der Winter, in dem ich zur Ruhe komme.
Du bist
der Gedanke, den ich denke,
die Rede, die ich rede,
die Tat, die ich tue.
Du bist
das Fleisch auf meinen Rippen,
das Blut in meinen Adern.
Du bist mein
Ein und Alles.
Ein – vorläufig – letztes Gedicht aus dieser Serie…
Geblendet hat mich einst
der hellsichtige Blitz Deines Lächelns.
Blind blicke ich nun
in die trübnebligen Augen Deiner Träume.
Betäubt hat mich einst
der lautstarke Sturm Deiner Begeisterung.
Taub lausche ich nun
in die stumpf donnernden Ohren Deiner Sorgen.
Gelähmt hat mich einst
der rege überlaufende Regen Deiner Lebensfreude.
Lahm tappe ich nun
in die matt verschneiten Hände Deiner Ängste.
Verstummen ließ mich einst
die wortlos singende Sonne Deiner Liebe.
Stumm spreche ich nun
in den tonlos wolkigen Mund Deines Schweigens.
Dritte Version zu “Vollkommene Liebe” im Nachgang zu “Geschichte und Gegenwart”
für Ule Rolff als Dankeschön für die Ermunterung zum Weiterspinnen des blind-taub-stumm-Motivs 🙂
geblendet
vom Licht Deines Blickes
höre ich Dich
stumm
mit blinden Ohren
betäubt
vom Klang Deiner Stimme
singe ich von Dir
blind
mit taubem Mund
verstummt
im Wort Deiner Liebe
schaue ich Dich an
taub
mit stummen Augen
Erste Version
Wir sprechen miteinander
stumm, taub
spüren wir einander.
Wir hören einander
taub, blind
vertrauen wir einander.
Wir sehen einander
blind, stumm
verstehen wir einander.
Zweite Version
wir sehen
erkennen einander
blind
vertrauen wir einander
wir hören
vernehmen einander
taub
spüren wir einander
wir sprechen
reden miteinander
stumm
verstehen wir einander
Welche Version gefällt Euch besser? – Schreibt einen Kommentar.
zum 16. Hochzeitstag
zusammen leben
gemeinsam alt werden
miteinander lachen
miteinander weinen
gemeinsam jung bleiben
zusammen sterben
und uns lieben
für immer
Ich bin nicht
Dein Schatten,
mein Schatten
sollst auch Du nicht sein.
Ich stehe nicht
in Deinem Schatten,
in meinem Schatten
sollst auch Du nicht stehen.
Doch kann ich nicht
über meinen Schatten springen,
über Deinen Schatten springen
sollst jedoch auch du nicht.
Du wirfst auf mich
keinen Schatten,
keinen Schatten
möchte ich auf Dich werfen.
Du bist
mein Licht,
Dein Licht
lass mich sein.
Du denkst,
ich denke,
du denkst…,
denkst du?
Du denkst,
ich denke,
du denkst,
ich denke,
du denkst…,
denke ich.
Ich blicke
in den dunklen
Mond Deines Auges.
Mit einem Wimpernschlag
ist es
taghell.
In Erinnerung an Lynn Anderson,
“I beg your pardon, I never promised you a rose garden”
Ich hab dir nie
einen Rosengarten
versprochen.
Ich hab für dich
rote Rosen regnen lassen,
bis dir der Atem schwand
unter all dem Rosenduft.
Ich hab dich
auf Rosen gebettet,
bis du dir die Haut blutig ritztest
an ihren Dornen.
Ich lasse dich
das Leben in Rose,
das Leben in Rosa sehen,
solange bis uns begraben
die welken Blätter.
Einen Rosengarten aber
hab ich dir nie
versprochen.
Lyrifants Adventskalender 2023 Türchen 9
Frühling
war’s, als wir
uns trafen einst.
Sommer
wurd’s, und wir
blieben beieinander.
Herbst
ist’s nun, und wir
gehn gemeinsam weiter.
Werden wir
auch gut über den
Winter kommen?