alles geht seinen (unaufrechten) Gang:
doch stets nur einen Gang und runter
(schon schon jetzt jenseits aller Gangbarkeit)
wann kommen wir endlich wieder
in die (aufrechten) Gänge?
alles geht seinen (unaufrechten) Gang:
doch stets nur einen Gang und runter
(schon schon jetzt jenseits aller Gangbarkeit)
wann kommen wir endlich wieder
in die (aufrechten) Gänge?
wie viele Elefanten
müssen eigentlich noch
im Raum stehen, bis
wir sie endlich sehen?
und die Helfershelfer der einen
verurteilen nur die „Reaktion“
der (jetzt eben auch) anderen,
nicht aber die ‚Aktion’ der einen
was die einen bei den anderen
„völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“
nennen, heißt bei den einen selbst
„Präventivschlag“
in dieser Zeit
will ich nicht sein –
denn für das Sein
ist keine Zeit
tief geschnitten habe ich mich
an meinen Gedankensplittern
schief gewickelt liege ich nun
mit jeder Faser im Denkgezettel
woher all diese Scherben auf dem Holzweg?
bin doch nur ein Mensch: splitterfasernakt
es ist schon ein Phänomen, wie wenig
Geist es braucht, um logisch zu erscheinen:
vernunftfreies Selbstbewusstsein
ohne Sinn und Verstand
scheint ausreichend
wo Sicherheit
nicht einmal mehr Wörter geben können:
wo schlafen dann die Verse, wenn
selbst Reime zum Steilhang werden?
kein Satz taugt zum Geländer:
wir können nur noch
im freien Fall
dichten und
denken
wo gar keine Vernunft mehr: dort ist
auch Kritik rein gar nicht erwünscht
die gegenwärtige Welt über-
steigt meine Vorstellung
bei weitem, und dabei unter-
läuft sie alles, was mensch
überhaupt so wollen kann
zum Jahreswechsel
über Nacht
hat es tatsächlich ein paar Wortflocken geschneit:
sie legen sich ganz still auf mein Winterherz
zu einem kleinen Schneegedicht –
auf dass ich nun bleib
über Tag (und Jahr)
ganz tief verschneit
Einen guten Jahreswechsel allerseits! 🥂
heute am frühen Morgen (es war schon hell)
ein verschlafener Blick aus dem Fenster:
hui, es schneit!
(und das Herz ist sofort wach)