Der See
schlägt Purzelbaum um Purzelbaum
ans Ufer.
Eine Ringelnatter
schlängelt sich ins Wasser.
Der See
schlägt Purzelbaum um Purzelbaum
ans Ufer.
Eine Ringelnatter
schlängelt sich ins Wasser.
Der See
weint dicke Tränen.
Der Frosch
hat bereits aufgehört
zu quaken.
Der See
nimmt genüsslich
sein erstes Sonnenbad.
Ein Stockentenpaar
gründelt im Schilf.
Der See
rauft sich sein
nass-silbriges Haar.
Selbst die Mücke
verstummt.
Zwischen dem
Land der Verzweiflung
und dem
Land der Hoffnung
liegt das
Meer des Todes.
Kein Land
lässt euch an Land.
Kein Land
nimmt euch auf.
Lassen wir sie doch
vom Meer aufnehmen,
denken die an Land.
Und so
hat das Meer
euch in sich aufgenommen,
euch in sich geborgen,
euch in sich begraben.
Und so
ist das unschuldige Meer
schuldig geworden,
indem es
die Schuld der Länder,
die Schuld derer an Land
in sich aufnimmt,
in sich verbirgt,
in sich begräbt.
Der See
träumt schon vom
schwindenden Sommer.
Die Graugänse
ziehen fort.
Der See
gluckst voller Übermut.
Ein Fisch
kitzelt ihn kichernd
an seinem tiefgrünen Unterbauch.
Der See
blinzelt vorsichtig
in den Morgennebel.
Eine Amsel
pfeift ihr einsames Lied.
Das Kind
liegt im Brunnen.
Man hat den Brunnen
einst trockengelegt.
Das Kind ist nicht
ertrunken, es ist
verdurstet.
Das Kind
liegt im Brunnen.
Man hat den Brunnen
einst vergiftet.
Das Kind ist nicht
entschlafen, es ist
verendet.
Das Kind
liegt im Brunnen.
Das Kind ist so lange
zum Brunnen gegangen,
bis es – zerbrochen –
hineingefallen ist.
Der See
runzelt die Stirn.
Die Schwalben
fliegen tief.
Der See
ist eingenickt.
Die Schwäne
schaukeln auf den Wellen.