turmhoch
stürme ich
türmen sich türme
stürmen mich stürme
türme ich
sturmtief
Wortspiel
Mondnacht, so still und heimlich
so lang und breit
erzählt sich der Fluss
durch die nächtliche Landschaft
so voll und ganz
schreibt sich der Mond
ins schwarze Wasser der Nacht
ganz kurz und klein
schlage ich mich durch die Büsche
ans Ufer, stehe, schaue und staune:
ach, schön und gut
ist die Welt, ist mein Leben
in genau diesem einen Augenblick
Eckenlied
gern denk ich um
die Ecke und gern auch eine Ecke weiter
um ein paar Ecken weit und weiter
denk ich mich aus
meiner Ecke mit meinen Ecken und Kanten
in alle Ecken und Enden
lass mich nicht in jede Ecke stellen, ecke
an und schreib in jede Ecke
ein Gedicht
Im Oktober 2019 habe ich aus diesem Gedicht ein kleines Buchobjekt gemacht. Schau mal hier vorbei.
hin und weg (2)
werf ich mich weg
bin ich hin
schmeiß ich mich hin
bin ich weg
hin und weg (1)
Ules “Hin und weg”-Wortspiel hat mich zu zwei kleinen Texten inspiriert, die meiner Vorstellung von einer “Poetik des kleinen Wortes” doch sehr nahe kommen. Danke, liebe Ule!
Und beim ersten Text klingt auch noch ein Satz eines Menschen nach, der mir – im Zusammenhang mit dem Thema Auswandern – einmal sagte, es gehe nicht darum, von etwas weg, sondern darum, zu etwas hin zu wollen.
kein hin und her
nicht hin und zurück
nicht hin und wieder
nur fort und weg
nur weg und hin
und hin und weg
homo viator
unterwegs
– das ist:
halbwegs
geradewegs,
keineswegs
allerwegs,
durchwegs
weg
rederecht
versucht nicht,
mich zu überreden,
mich mit euch zu unterreden:
ich mag nicht zerreden
was zu bereden,
ich mag nichts herbeireden,
nur um etwas wegzureden
bitte, versucht nicht,
mir das eure einzureden,
um mir das meine auszureden
Eine Frage der Distanz
Was nahe liegt,
liegt mir stets fern.
Reflex
(Korrekturgedicht zu Guter Rat)
„Komm! Ins Offene, Freund!“
Friedrich Hölderlin, Der Gang aufs Land. An Landauer (1801)
Sobald es eng wird,
such’ ich das Weite.
Guter Rat
“Komm! Ins Offene, Freund!”
Friedrich Hölderlin, Der Gang aufs Land. An Landauer (1801)
Wem’s zu eng wird,
der suche das Weite.
Wortwechsel
hab immer und überall
ein ernstes Wörtchen
mitzureden
kein Sterbenswörtchen aber
sag ich zum
Leben
gedichtweise
gedichtweise
sing’ ich
gedichtweisen
bring’ ich
ins gedichtweiße
dring’ ich
gedichtweise
bin ich
gedichtweiß(was)
vielleicht
gedichtwaise
auch nur