erst angeheitert, dann benebelt
schließlich sternhagelvoll
und am nächsten Tag
niedergeschlagen
erst angeheitert, dann benebelt
schließlich sternhagelvoll
und am nächsten Tag
niedergeschlagen
Sitze gerade auf dem Trockenen
und wünsche mir nichts mehr
als meine Schäfchen endlich ins
Trockene zu bringen oder sie
wenigstens in trockene Tücher
zu packen. Doch die Tücher sind nass.
Und meine Schäfchen stehen im Regen.
Ein Schnaps wäre jetzt recht.
sich vorzunehmen
nachzugeben
und hinzunehmen
herzugeben
auch mal zuzugeben
aufzugeben
sich zurückzunehmen
um sich hinzugeben
sich mit sich abzugeben
um sich anzunehmen
zu nehmen und zu geben
zu geben und zu nehmen
Dies ist übrigens das 500. Gedicht, das ich auf diesem Blog veröffentliche – ich kann es selbst kaum glauben.
Am achtundzwanzigsten Impuls – “endlich”, zweiter Teil des Doppelimpulses zu “unendlich” – konnte ich nicht vorübergehen, ohne mit seinen beiden Bedeutungen zu spielen.
endlich
leben ist endlich
lasst uns deshalb
endlich leben
wie viele Worte muss ich
in den Wörtern verlieren
wie viele Worte müssen
aus den Wörtern fallen
für das eine Wort?
hurra juche
ach weh mir weh
herrje oje ojemine – he
huch
haha huhu
igitt juhu
heissajuchei oh juppidu – hu
nanu
oweiowei ogottogott
auweia au backe
autsch aua au – wow!
aha
du meine güte hui
mein liebes bisschen pfui
zum donnerwetter ei
potzblitz pardauz – hei
oho
ups uff aha
hä bäh naja
grr brr heda
äh ähm – hoppla hoppala
na – tja
hm puh
aaah uuuh
oooh iiih
eijeijeijeijei – mmmh
pst
Ein kleines Dankschön an Eulenschwinge, die mich mit dem Wörtchen “abhanden” (in ihrem Gedicht “die lyrik ist mir abhanden gekommen”) aus dem Kreatief geholt hat – von diesen Wörtchen müsste es noch viel mehr geben! – und so hab ich einfach noch welche erfunden.
Kopfüber ins
Herzunter:
glückauf, glückab,
glückaus, glückein.
Überhaupt und
unterhaut: Kommt dir
voraugen das Glück
abhanden, liegt es dir
hinterrücks
vonherzen
zufüßen.
wortreich, ja
mit einem Wortstreich
gründe ich ein neues Wortreich
aus altem Wortgut
entzünde ich heiße Wortglut
mir tut jedes Wort gut
in jedermanns Wortschwall
höre ich lieblichen Wortschall
jedes Wort ist ein Wortall
in seinem Wortlaut
wird jedes Wort laut
auf jedweder Wortart
eine fröhliche Wortfahrt
vorbei am Wortsinne
spinnt die Wortspinne
tote Wortwitze
würzen die Wortschwitze
selbst im Wortbruch
steckt ein Wortspruch
im Wortschatz
verborgen ein Wortschwatz
in jedem Wort ein Schatz
wortlos aber
stehe ich wortbloß
in meinem Wortlos
lass ich mein Wort los
Wie stehen wir da,
wenn wir da stehen,
wo andere dasitzen,
wenn wir da sitzen,
wo andere daliegen,
wenn wir da liegen,
wo andere dastehen –
wie stehen wir da da?
Wer büffelt, ochst nur
und stiert Löcher in die Luft.
Mensch, schlängel dich doch lieber durch dein Leben!
Mensch, hechte nicht durch den Tag,
krebse und krabbel nicht herum,
robbe dich nicht mühsam vorwärts:
aale dich lieber in der Sonne.
Du kannst hamstern wie ein Hörnchen,
mausen, mopsen,
und bist am Ende doch verratzt.
Dackel nicht jeder Mode hinterher,
bocke lieber mal.
Äffe niemanden nach,
damit übertölpelst du dich nur selbst.
Tiger nicht immer hin und her,
wiesel nicht ständig auf und ab,
luchs lieber dem Himmel ein Stück Sonne ab.
Igel dich ein,
drossel dein Tempo
und bremse.
Was maikäferst du denn den lieben langen Tag?
Schab dich nicht! Grille lieber –
oder noch besser: fliege.
Wer immer nur geiert,
am Ende reihert.
Vögel lieber!
Doch kiebitze nie beim
Liebesspiel des Nachbarn.
Denn nur wer mit Anstand ferkelt,
kann fröhlich gickeln
und schimmelt nicht.
Wer dagegen stets herumzickt,
muffelt.
Mensch, mir schwant,
dich wurmt, was ich dir sage,
dich verstört mein Rat.
Es fuchst dich mein Gedicht –
und du unkst:
„Du spinnst, du Tier,
das rentiert sich alles nicht.“
mitunter
durchaus
obenauf
zwischendurch
nebenan
untendurch
voran, vorab
gegenüber
zuwider
anbei: nebenbei
überaus
voraus
inzwischen
vorbei
vorüber
aus
Meine Sprache
hat mich
an einen Ort
verschlagen,
wo sie mir
die Sprache
verschlägt.
Sie lächelt
verschlagen
und hält mich
gefangen in ihrem
Verschlag.