alles geht seinen (unaufrechten) Gang:
doch stets nur einen Gang und runter
(schon schon jetzt jenseits aller Gangbarkeit)
wann kommen wir endlich wieder
in die (aufrechten) Gänge?
alles geht seinen (unaufrechten) Gang:
doch stets nur einen Gang und runter
(schon schon jetzt jenseits aller Gangbarkeit)
wann kommen wir endlich wieder
in die (aufrechten) Gänge?
schenken wir uns
reinen Wein ein:
wir schenken uns
nichts
Tja, was so ein dummer Spruch auf einer Tüte, den ich heute im Vorübergehen mit den Augen ‚aufgelesen‘ habe, so in Gang setzen kann … Was für ein Sinnbild für die aktuelle Weltlage!
sie zu ihm:
dass du es immer verbockst,
zickt mich echt an
er zu ihr:
ich lass mich von deinem Zickenalarm
nicht ins Bockshorn jagen
er zu ihr:
mach‘ ja keine Zicken
sie zu ihm:
red’ nich’ so’n Bockmist
er zu ihr:
mmmh, ich liebe Bockwurst
sie zu ihm:
hm, ich mag lieber Ziegenkäse
Eine Reprise zu „Gespräch unter Ziegen“
sie zu ihm:
ach, ich hab keinen Bock
er zu ihr:
dann nimm halt die Ziege
Ich muss es gestehen: Das war nicht mein Einfall. Danke, mein Liebster, für dieses schöne Wortspiel!
im Schweifreim schweife ich
(am Ufer des Fließtextes entlang)
(zwischen Zwischen-, Schlag- und Leerzeilen)
(mal auf verschlungenen Lang-,
mal auf offenen Kurzversen)
über herbstliche Wortfelder
ich lese reife Lesefrüchte auf
(gelegentlich auch eine Kopfnuss)
und ritze heimlich Buchzeichen
in die Rinden alter Buchstaben
(für ein Eichhörnchen, vielleicht)
und neben abwegig-abseitigen Nebensätzen
finde ich das Zauberwort: die Gelegenheit
für ein Gelegenheitsgedicht
ist es euch eigentlich bewusst?
wann auch immer wir zuhause
einen Tee, Kaffee oder so was
trinken, haben wir nicht mehr
alle Tassen im Schrank
ich sage etwas
um nicht zu sagen:
ich sage irgendetwas
um nicht nichts zu sagen
ich sage irgendetwas nichtssagendes
um nicht zu sagen: nichts
um nur das eine nicht zu sagen:
ich sage doch gar nichts
er zu ihr:
ach, was bist du
nur wieder so zickig
sie zu ihm:
na, wenn du halt
eben so bockig bist
Fürwörter provozieren Gegenwörter
Hauptwörter implizieren Nebenwörter
Füllwörter reduzieren Leerwörter
Bindewörter potenzieren Lösewörter
und meine abschließende Worthese:
Stichwörter fabrizieren Flickwörter
was für ein Geschenk erwartet uns
wohl nach dem Lösen einer Warteschleife?
ein Wartebänkchen?
ein ganzes Wartezimmer?
gar ein regelrechter Wartesaal?
oder vielmehr eine große Wartehalle?
vielleicht sogar ein echtes Wartehäuschen?
oder doch nur wieder eine öde Warteschlange?