und zwischen den Zeichen
(ver)such ich ein Gedicht, das
alles sagt und doch nicht spricht
Lyrik
Schweigen in Versen
Schweigen
in Versen
Stille. Ein zweiter Versuch
“eine ohrenbetäubende Stille”, so schreibt Kagge in seinem Buch ‘Stille. Ein Wegweiser’, habe er vernommen auf seinem Weg zum Südpol – was für ein Wort!
still will ich Gedichte
schreiben, worin die Wörter lauthals
schweigen: und in diese
ohrenbetäubende Stille
fällt stumm ein letztes Wort
aus dem Schlund des Schweigens:
wie leis’ es doch mein Auge blendet!
in der Stille. Ein Versuch
Ein (erster?) Versuch zu Erling Kagge: Stille. Ein Wegweiser
um mich
nichts
in der Stille
alles
in mir
UrSprünge
auf einen Sprung
schaut das springende Wort
bei mir vorbei. es bleibt
nicht lang, denn es ist immer
auf dem Sprung
doch kommt es immer wieder
gern zu mir, macht große Sprünge
und springt um mit mir –
es weiß: auch ich habe
einen Sprung
im Ursprung
sind wir eben gleich
ursprünglich
umsonst
keinen Preis gibt es
für meine Lyrik:
ich schreibe
umsonst
keins meiner Worte aber
ist verschwendet
zur rechten Zeit
die liebe Not tut uns
das rechte Wort
zur rechten Zeit:
es ist kein leichtes,
vielleicht ein linkes,
in jedem Falle
für alle Fälle
ein fälliges
(in Parenthese)
in Klammern
schreib ich (mich),
klammer mich ein,
klammer mich aus
schieb mich ein (und unter-
breche mich), klammer mich
an Klammer, Komma und
Gedankenstrich
in Klammern
setz ich (mich)
(bin ja nicht so wichtig)
(oder?)
verletzt
verletzt
bin ich nicht nur,
weil ihr mich
immer wieder
verletzt, sondern
weil ihr meine
Verletzlichkeit
immer wieder
ignoriert
Verlorene Liebesmüh. Eine kleine Shakespeariade
ach, immer treibt ihr es
gerade so, wie es euch gefällt
und immer macht ihr dabei
viel Lärm um Nichts
wo aber bleibt endlich
mein Sommernachtstraum?
(die angesprochenen Kobolde kichern)
ach, macht doch
was ihr wollt
nichts weiter
wo das Wort
einfach nur
nach Wort schmeckt
(ganz wörtlich)
und der Gedankenstrich
nach Gedanke riecht
und Strich –
dort lass dich nieder
und schreibe ein Gedicht, das
nichts weiter ist als
ein Gedicht
Ein Gedicht entsteht (in Sketchnotes)
Eine Freundin von mir, die immer gern viel ausprobiert, erzählte mir auf unserer kleinen Bahnfahrt von ihren Erfahrungen und Fortschritten in “Sketchnoting”. Mein Auge und mein Herz waren sofort angesprochen, aber mein Kopf war skeptisch: Komplexe Gedanken in Bildchen? Geht das? Aber es hat in mir weitergearbeitet, über Nacht und Tag … und so entstand mein erstes Gedicht – falls man es überhaupt Gedicht nennen kann – in Sketchnotes (das mit Sicherheit noch nicht den Regeln des Sketchnoting entspricht – außer der, dass man nicht zeichnen können muss, hihi!).
