Ein Gruß aus Wien!
(bei Waldviertler Mohnschmarrn rasch notiert)
Schmarrn ess’n?
Schmarrn red’n?
Schmarrn schreib’n?
So ein Schmarrn!
Einen Schmarrn werd’ ich!
Ein Gruß aus Wien!
(bei Waldviertler Mohnschmarrn rasch notiert)
Schmarrn ess’n?
Schmarrn red’n?
Schmarrn schreib’n?
So ein Schmarrn!
Einen Schmarrn werd’ ich!
für Eulenschwinge – inspiriert vom Titel zu Deinem Eisvogel-Bild
Zeig mir bitte den Vogel,
den du abgeschossen hast.
Ach, wie gern möcht auch ich
einen Vogel haben.
***
Oder doch lieber in der reflexiven Variante:
Ich zeig mir den Vogel,
den ich abgeschossen habe
und frage mich: Willst du auch
einen Vogel haben?
Die Hafengiraffen recken ihre Hälse in die Luft:
Wann kommt das nächste Schiff?
Hafenelefanten säumen sorgsam aufgereiht
die Mole, bereit, die Lasten aufzunehmen.
Und zwischen den Containern entdeckte ich
neulich noch ein einsames Hafenkamel.
Nur die Hafenflusspferde sind offenbar immer
unter Wasser…
Eine Hommage an tierisch tierisches Industrie-Design!
„Ich hätte ihn erwürgen können,“
sagte sie frei heraus.
Aber dann hat sie es doch vorgezogen,
ihn zu erschießen.
Das kann sie nämlich noch besser.
Vielleicht hätte sie ihn auch
erstechen, ertränken oder erdolchen können?
Ja, sie könnte das gut.
Nur vergiften hätte sie ihn nicht können,
denn sie hat gerade kein Gift im Haus.
Angerufen
hab ich Gott
in meiner Not.
Doch sein Handy
blieb aus und
seine Mailbox
sprang nicht an.
für Colorina und Negrito
Der Wind
ist eine Katze.
Er maunzt und raunzt,
murrt und schnurrt,
faucht und haucht,
schnaubt und staubt,
kratzt und schmatzt,
beißt und reißt,
zerrt und plärrt,
scharrt und schnarrt,
schmust und pfust,
schmiegt und siegt.
Im Wind
ist mein armes kleines Haus
nur eine erbärmliche Maus.
Und noch ein zweites – diesmal ausschließlich mit Material aus dem “Reizwörterbuch. Für Wortschatzsucher” von Ulrich Namislow!
Eine Wortschatzinsel
im Stilblütenmeer,
Worthülsenfrüchte
von der Sprachmüllhalde:
eine Fremdwortmeldung
für den Wörterbuchhalter.
Stets Kleinlautmalerei
beim Reimpaarlauf,
Zauberwortgefechte
im Wortwahlkampf –
die Wortspielzeugkiste:
eine Satzbaustelle.
Fehlerquellensteuer
für Hauptwortbruch.
Rabenmuttersprache
sucht Überschriftsteller.
eine Überlandhausküche
aus einem alten Götterspeisewagen
nebst Beerenleseecke
ein Dauerwellenbad
mit Duftwasserfall
und Tiefseeblick
ein Innenweltraum
mit Weltalleingang
und Glückssternwarte
eine Liebesspielwiese
im Windrosengarten
mit Irrwegerecht
am Ende der Musikzimmerflucht
ein Halbschattenkabinett
aus Spiegelbilderrahmen
vor einer Puppenwagenburg
ein Denksportplatz
für Schaukelpferdrennen
ein Schönschreibtisch
vom Arbeitszimmerservice
für den festen Mußestundenplan
hinter den Abendglockenblumen
eine Rückzugbrücke
nebst Unterschlupfwinkel
ein Zweitwohnzimmer
mit Mondlichtschalter
und Weihrauchmelder
und hinter dem Eisblumenmeer
das Wichtigste:
das Winterschlafzimmer
Den Impuls zu diesem Gedicht gab das Wort Winterschlafzimmer, auf das ich bei Ulrich Namislow in seinem Buch “Reizwörterbuch. Für Wortschatzsucher” (erschienen in der Reihe “Neues Buch” im Logo Verlag von Eric Erfurth) gestoßen bin. Ein Winterschlafzimmer – so etwas wollte ich schon immer mal haben! Und ich überlegte, wie ich Luftschlossherrin – auch so ein Wort aus diesem Buch – werden könnte…
Und so fing ich an zu bauen – ausschließlich mit “Kofferwörtern”, eigenen und solchen aus diesem wunderbaren Buch. Dem Buch entnommen habe ich die folgenden Preziosen: Götterspeisewagen, Duftwasserfall, Innenweltraum, Weltalleingang, Glückssternwarte, Liebesspielwiese, Irrwegerecht (ja, das sollte man unbedingt haben!), Musikzimmerflucht, Spiegelbilderrahmen, Puppenwagenburg, Schaukelpferdrennen, Mußestundenplan (absolut unverzichtbar!), Abendglockenblumen, Rückzugbrücke, Mondlichtschalter, Weihrauchmelder und eben das wunderbare Winterschlafzimmer. Leider keine Verwendung fanden: Backpulverturm, Lebenslaufsteg, Wandervogelkäfig, Triebfederbett, Tiefschlafsack und so viele weitere schöne Wortbildungen. Ich kann einfach nur empfehlen: Holt Euch dieses Buch – es macht lesevergnügungssüchtig!
Zu diesem kleinen Text hat mich die Fotoserie “A bear and her berries” von Christopher Martin inspiriert.
Wenn
die Bären
in die Beeren
gehen,
kommen
die Beeren
in die Bären:
Beerenbären
lieben
Bärenbeeren.
Ich sitz’ so gern
an meinem Schreibtisch.
Noch lieber aber liege ich
in meinem Schreibbett.
Von Zeit zu Zeit steh’ ich
an meinem Schreibherd
und rühre mit Begeisterung
in meinem Schreibtopf.
Will die Muse mich nicht küssen,
verschwind’ ich kurz und setz’ mich
auf mein stilles Schreibclo.
Du denkst, ich sei verrückt?
Keine Sorge, noch hab’ ich
alle meine Schreibtassen
in meinem Schreibschrank.
😃😉😄😇
😌😏😓😘
😝😢😥😊 - 😁
😅😈😍😐
😔😚😠😣
😨😞😂😆 - 😋
😎😒😖😜😡😤 - 😩
Ein Späßchen: Dies ist eine nicht ganz ernst gemeinte Variante zu gemischte gefühle – die Hitze macht mich offenbar übermütig! – und zugleich eine Hommage an Christian Morgenstern (ich sage nur: ‘Fisches Nachtgesang’!). Aber ich gebe zu: So ganz ohne Worte ist nicht so ganz mein Ding! Aber immerhin: alles, was meine Windows-Tastatur so zu bieten hat.
Wie stehen wir da,
wenn wir da stehen,
wo andere dasitzen,
wenn wir da sitzen,
wo andere daliegen,
wenn wir da liegen,
wo andere dastehen –
wie stehen wir da da?