Himmelsspiegelung in der Havel (Spandau, 11.2.2022)
wer würde nicht
im Lichte
eines Abends wie diesem
zugeben wollen, dass
Schönheit
den Menschen
ein Grundbedürfnis ist
(so wichtig wie Wasser und Frieden)
und dass die Farbe Rosa
es vermag, die Welt
ein bisschen schöner
(und friedlicher)
zu machen?
schau ins Grau –
und du siehst Rosarot:
geborgen, wer dem
sanften Pendeln von Rüsseln
und dem Fächeln der Ohren
zu lauschen versteht, ja:
glücklich, wer zu hören
vermag, wie sie beginnen
zu singen, nahezu unbemerkt
und doch so groß
Ihr könnt Euch denken, was ich gerade gelesen habe: Elefanten aus der von mir so geliebten Reihe “Naturkunden” vom Verlag Matthes & Seitz
rosarot, wohin ich schau, nicht mal der Himmel ist mehr blau. rosarot, wohin ich geh, von violett bis altrosé. auf einen Wink ist alles pink. die rosa Brille bleibt zuhaus, es braucht noch nicht mal den Rosé. juhé! im Frühling schaut die Welt auch ohne Filter rosa aus
Ja, weit vor der Zeit, ich weiß. Aber der “snow”-Impuls von #inktober neulich hat mir in Erinnerung gerufen, dass ich doch mal ein Schnee-Büchlein basteln wollte, und den ersten Versuch sehr Ihr hier auf Lyrifants Editionen.
(Inzwischen gibt es noch eine zweite Version dieses Schnee-Büchleins, die nun den Text selbst zum Schneien bringt – zumindest in Eurer Phantasie).
(1)
schneien möcht ich in stillen Flocken die schwarze Erde in tiefe Weiße schreiben
(2)
schneien möcht ich in dicken Flocken schreiben in den eisblauen See in den schneeweißen Schnee
(3)
schneien lasst mich in die guten Stuben rein schreiben die weiße Wand auf weißem Papier
(4)
zuschneien lasst mich in Sternenflocken eure Fenster und Türen zuschreiben mit der Weisheit ewiger Weißheit
(5)
einschneien möcht ich Weiß auf Weiß unsere alte Welt einschreiben in mein weißestes Weiß einsinken möge sie in meine ewige weiße Ruhe