Die eine Hälfte
des Lebens wird
verschlafen.
Die andere Hälfte
des Lebens wird
vertan.
Gäbe es noch
eine dritte Hälfte,
so würde sie wohl
verspielt.
Die eine Hälfte
des Lebens wird
verschlafen.
Die andere Hälfte
des Lebens wird
vertan.
Gäbe es noch
eine dritte Hälfte,
so würde sie wohl
verspielt.
Das erste Opfer
eines jeden Krieges
– so sagt man –
ist die Wahrheit.
Manche sagen auch:
Die Wahrheit stirbt immer
schon vor jedem Krieg.
Ich frage mich, ob es
ohne den Tod der Wahrheit
überhaupt einen Krieg gäbe.
Denn wer den Krieg will,
muss die Wahrheit töten.
Der Tod der Wahrheit
ist kein Kollateralschaden.
Der Tod der Wahrheit
ist auch keine unvermeidliche Folge
von Kriegsvorbereitungen.
Der Tod der Wahrheit
ist die unabdingbare Bedingung
eines jeden Krieges.
Insofern ist die Wahrheit
nicht das erste Opfer des Krieges, sondern
der eigentliche Feind des Krieges.
Denn die Wahrheit ist
der Tod eines jeden Krieges –
nein, die Wahrheit wäre
der Tod eines jeden Krieges,
hätte man sie nicht
um des Krieges willen
schon lange getötet.
Scharfsinn und Bitterschokolade
gehören zum Leben wie
Süßwasser und Sauerstoff.
Die Rosen schlafen
noch unter Tannenzweigen:
Bald kommt ihre Zeit.
Wir sind wir.
Die anderen sind die anderen.
Das ist ein klarer Fall,
so denken wir.
Wir sind wir.
Die anderen sind die anderen.
Das ist ein klarer Fall,
so denken auch die anderen.
Wer sind denn nun wir?
Und wer sind die anderen?
Wer Gewinne macht,
verliert.
Wer Verluste macht,
gewinnt.
Man muss Geld sparen,
um es auszugeben.
Man muss Geld ausgeben,
um es zu sparen.
Wer verkauft,
ist gekauft.
Wer kauft,
ist verkauft.
Wer Arbeit gibt,
nimmt.
Wer Arbeit nimmt,
gibt.
Früher
wollte ich immer
so sein wie
eine Figur in einem Roman:
Teil einer Geschichte,
voller Möglichkeiten –
das Leben: ein Kunstwerk.
Was ich nicht bedachte:
Vielleicht
würden die Romanfiguren
lieber so sein wollen wie ich:
einfach nur lebendig,
voller Leben –
das Leben: ein Leben eben.
Einmal über den Tellerrand
geradewegs ins offene Messer –
und unversehens den Löffel abgegeben.
Wäre ich jung,
wäre das Leben reicher.
Wäre ich reich,
wäre das Leben schöner.
Wäre ich schön,
wäre das Leben leichter.
Wäre ich nur klug,
dann wüsste ich, dass es nicht
Jugend,
Reichtum,
Schönheit
sind, die das Leben
reicher,
schöner,
leichter
machen.