lass dein Wort
nicht einfach stehen
oder liegen: es muss
sitzen
Wort
ein Wort (mal anders)
du sagst ein Wort gibt
das andere das ein
oder andere Wort
greift wie ein Wort
in das andere ein
ums andere Wort
ist kein Wort eins
wie das andere
wie Wörter schmecken
ganz eigen und unverwechselbar
(und eigentlich: unbeschreiblich)
ist er, dieser Geschmack von Wörtern
(dort, wo sie dir auf der Zunge liegen):
stets schmeckt ein Wort nach Wort –
wobei: (nimm dir das Wort aus dem Mund
und schmeck es nach) ein jedes Wort
hat seinen eig’nen Wortgeschmack:
ob wöß, ob wouer, ob wolzig, worzig
oder wotter – Wörter schmecken
(ich meine es wortwörtlich:)
worthaft-wortig
Ein Beitragsvorschlag zu Christines Buch (war es eigentlich, aber das Projekt gibt es wohl nicht mehr)
Wortmalerei
manche Wörter müssen ganz dick aufgetragen
werden; anderen genügt die flüchtige Skizze;
einige bestehen auf Großformat; doch manche
strahlen nur als Miniatur; und die einen sind
ganz bunt; die anderen monochrom –
und ich liebe sie alle
auf ein Wort
komm mal vorbei
auf ein Wort
oder zwei
für dich mach
ich doch gern
ein Wort auf
(m)ein geflügeltes Wort
auf fliegende Blätter gesetzte Wörter
sind noch keine geflügelten Worte –
und geflügelte Worte taugen
nicht per se zum Höhenflug
was kümmert‘s mich?
ich schreib mein Wort, gänzlich ungefiedert
und so gar nicht abgefedert, wohin ich will –
und lass im besten Fall es
fliegen
wenn ein Wort fällt
wenn ein Wort fällt, fang es
auf, ja, ergreife das Wort: fall
dem Wort ins Wort – und, bitte!
lass kein Wort einfach fallen
ich halte Wort
ich halte mein Wort
(wenn ich denn das Wort bekomme)
und ich würde auch
Dein Wort halten
(wenn Du es mir denn gäbest):
ich halte immer Wort, denn ich bin
(auch wenn ich das Wort gerade nicht habe)
eine notorische Worthalterin
das letzte Wort
ein letztes Wort noch: das letzte Wort
ist hoffentlich noch nicht gesprochen
(und ich hoffe sehr, dies ist nicht
mein letztes Wort, denn das letzte Wort
will ich überhaupt nicht haben)
Eingemachtes
leg ein gutes Wort ein
für haltbare Lyrik:
Verse (ausgekocht
und aufgeweckt)
aus der Konserve
als stille Reserve
ein Gedicht ist ein Ballett
die Wörter tanzen
sobald ich dichte:
ein Gedicht
ist ein Ballett
und besser könnt’ ich
ihren Tanz nicht choreografieren
als mit den Wörtern selbst
zu tanzen
Rückbesinnung
rück nur das Wort ein
wenig beiseite und schon
hast du – hinterrückworts –
eine gute Aussicht auf
Sinn