er zu ihr:
mach‘ ja keine Zicken
sie zu ihm:
red’ nich’ so’n Bockmist
er zu ihr:
mach‘ ja keine Zicken
sie zu ihm:
red’ nich’ so’n Bockmist
er zu ihr:
mmmh, ich liebe Bockwurst
sie zu ihm:
hm, ich mag lieber Ziegenkäse
Eine Reprise zu „Gespräch unter Ziegen“
sie zu ihm:
ach, ich hab keinen Bock
er zu ihr:
dann nimm halt die Ziege
Ich muss es gestehen: Das war nicht mein Einfall. Danke, mein Liebster, für dieses schöne Wortspiel!

im Schweifreim schweife ich
(am Ufer des Fließtextes entlang)
(zwischen Zwischen-, Schlag- und Leerzeilen)
(mal auf verschlungenen Lang-,
mal auf offenen Kurzversen)
über herbstliche Wortfelder
ich lese reife Lesefrüchte auf
(gelegentlich auch eine Kopfnuss)
und ritze heimlich Buchzeichen
in die Rinden alter Buchstaben
(für ein Eichhörnchen, vielleicht)
und neben abwegig-abseitigen Nebensätzen
finde ich das Zauberwort: die Gelegenheit
für ein Gelegenheitsgedicht
er zu ihr:
ach, was bist du
nur wieder so zickig
sie zu ihm:
na, wenn du halt
eben so bockig bist
jetzt ist der Mai
schon bald vorbei: o, Mai!
wo bleibt nur das Juchei?
ich bekenne es frei:
mein Herz ist schwer wie Blei
und in meinem Hals steckt ein Schrei –
der Mai ist mir einerlei
wobei: was soll die Eierei?
Mai bleibt Mai!
Fürwörter provozieren Gegenwörter
Hauptwörter implizieren Nebenwörter
Füllwörter reduzieren Leerwörter
Bindewörter potenzieren Lösewörter
und meine abschließende Worthese:
Stichwörter fabrizieren Flickwörter
Komm, Bär Deus, sei du unsre Last
und regne, bis du uns geleeret hast.
Amen
Frohe Ostern allerseits!
angeregt von einem Binsen-Foto von Chris auf ihrem privaten Blog „Wort und Stern“ (das ich jetzt aber nicht mehr finde) – und übrigens völlig sinnfrei (offenbar hat mich, je gruseliger das Weltgeschehen wird, der Eskapismus fest im Griff …)
nein, da helfen keine Linsen –
und es gibt auch keine Zinsen:
geht die Beute in die Binsen,
hört der Jäger auf zu grinsen.
was für ein Geschenk erwartet uns
wohl nach dem Lösen einer Warteschleife?
ein Wartebänkchen?
ein ganzes Wartezimmer?
gar ein regelrechter Wartesaal?
oder vielmehr eine große Wartehalle?
vielleicht sogar ein echtes Wartehäuschen?
oder doch nur wieder eine öde Warteschlange?
du sagst: von nichts kommt nichts
doch ich komme zu nichts
und ich finde nichts dabei
du meinst: das führt zu nichts?
um nichts und wieder nichts geht es mir hier
– da gibt es nichts! –
ich mache Halt vor nichts
(hab hier ja nichts verloren
und auch nichts zu suchen)
du denkst: es hilft alles nichts
doch ich denk mir nichts dabei
und auch wenn nichts daraus wird
steht dem doch nichts im Wege
darauf lass ich nichts kommen
vielleicht bringt es wirklich nichts
aber da kenne ich nichts:
es macht mir nichts aus
ich hab ja nichts zu verlieren
du weißt: es nützt alles nichts
es sei nichts Halbes, nichts Ganzes
und nichts Genaues weiß man nicht
da hab ich nichts dagegen
es sieht vielleicht nach nichts aus
mir bleibt nichts anderes übrig
ich bleibe mir nichts schuldig
ich sage nur: das sagt mir nichts
(wobei: ich hab ja nichts zu sagen)
nichts wurde mir je geschenkt
du glaubst: es komme nichts dabei raus
es sei nur nur Lärm um nichts
da stecke nichts dahinter
ich weiß: da ist nichts dran
und ich mach mir nichts daraus
(damit hab ich nichts im Sinn)
ich sehe nur: da tut sich nichts
und es ist einfach nichts los
da sagst du – mir nichts, dir nichts – :
damit kann ich nichts anfangen
und ich will auch nichts damit zu tun haben
aber, denke ich, es tut dir doch nichts
nichts steht nichts in nichts nach
nichts für ungut, sage ich
nichts oder so gut wie nichts
und um nichts in der Welt:
mir fehlt einfach nichts
macht nichts, sagst du
es gibt nichts, was es nicht gibt