Am Abend aller Tage
seufzt Gott erleichtert auf:
“Endlich Schluss!” –
und er legt sich entspannt
zur ewigen Ruhe.
Am nächsten Morgen
weckt ihn der Teufel
und lacht ihm schelmisch ins Gesicht:
“Ätsch! Angeschmiert!”
Am Abend aller Tage
seufzt Gott erleichtert auf:
“Endlich Schluss!” –
und er legt sich entspannt
zur ewigen Ruhe.
Am nächsten Morgen
weckt ihn der Teufel
und lacht ihm schelmisch ins Gesicht:
“Ätsch! Angeschmiert!”
Im Schatten der Erde
wird der Mond
zur Sonne der Nacht.
“Wir sind ein christliches Land
und wollen es bleiben.”
Und so befestigen wir unsere Zäune.
„Geschlossene Gesellschaft!“
Ja, wir feiern Party, unentwegt.
Aber ihr seid nicht eingeladen.
Denn wir wollen unseren Kuchen mit niemandem teilen,
schon gar nicht mit euch.
„Bitte nicht stören!“
Ja, wir wollen unter uns bleiben.
Wir wollen ganz ungestört unseren dreckigen Geschäften nachgehen,
und wir verdienen am meisten an euch,
wenn ihr draußen bleibt.
„Wir müssen draußen bleiben.“
Hier ist kein Raum für Humanität.
Wenn ich mal in den letzten Zügen liege,
dann hab ich nur noch einen Wunsch:
Ich will mein Leben gern in einem Zuge leeren.
Doch bis der Tod zum Zuge kommt,
bis dahin will ich noch mein Leben
– Zug um Zug –
in vollen Zügen ganz genießen.
“Dieser Zug
ist abgefahren.”
Dann nehm ich eben den nächsten.
“Auf diesem Gleis
fährt kein Zug.”
Dann wechsel ich eben das Gleis.
“Du sitzt
im falschen Zug.”
Dann steige ich eben aus oder um.
Mit dem folgenden Gedicht werde ich mich wahrscheinlich ein bisschen unbeliebt machen. Aber ich gebe zu: Ich mag es nicht, wenn Gedichte regelmäßig (ohne Rücksicht auf ihren Inhalt) zentriert formatiert werden (und dies geschieht nicht nur in der Blog-Welt, sondern auch in wissenschaftlichen Arbeiten und sogar in dem ein oder anderen Lyrikband). Nur: Wozu macht man das? Ich verstehe es nicht und habe nun meine Meinung zu diesem Form-Problem in ein kleines polemisches und natürlich zentriert formatiertes Gedicht gegossen.
Ein zentriert formatiertes Gedicht,
das jedoch kein
Zentrum
hat, ist nicht mehr als
ein zentriert formatiertes Gedicht.
früher
wusste sie nicht
wohin mit ihrer Energie
heute
weiß sie nicht
wohin ihre Energie verschwunden
Dieses Foto ist schon älter.
Da bin ich noch jünger.
Dieses Foto ist jünger.
Da bin ich älter.
Er sagte:
Ich habe
Gott gesucht
und habe
mich gefunden.
Wie schön für dich,
sage ich.
Ich habe
mich gesucht
und habe
niemanden gefunden.
Vergangen
Hab ich mich
Nie.
Verlaufen
Hab ich mich
Hin und wieder.
Aber ganz oft
Hab ich mich
Verrannt.
Muss man alles machen,
was man darf?
Darf man alles machen,
was man will?
Will man alles machen,
was man kann?
Kann man alles machen,
was man muss?