Er sagte:
Ich habe
Gott gesucht
und habe
mich gefunden.
Wie schön für dich,
sage ich.
Ich habe
mich gesucht
und habe
niemanden gefunden.
Er sagte:
Ich habe
Gott gesucht
und habe
mich gefunden.
Wie schön für dich,
sage ich.
Ich habe
mich gesucht
und habe
niemanden gefunden.
Vergangen
Hab ich mich
Nie.
Verlaufen
Hab ich mich
Hin und wieder.
Aber ganz oft
Hab ich mich
Verrannt.
Muss man alles machen,
was man darf?
Darf man alles machen,
was man will?
Will man alles machen,
was man kann?
Kann man alles machen,
was man muss?
Wir sollten trauern
um die Toten
und nicht
die Toten
zum Argument machen für
liberté, égalité, fraternité
Wir sollten trauern
um die Toten
und nicht
im Namen der Toten
liberté, égalité, fraternité
heucheln
Wir sollten trauern
um die Toten
und nicht
so tun, als ob
wir die Toten seien
(was wir nie waren
und nicht sind)
Wir sollten trauern.
Pressefreiheit ist
die Freiheit,
die Freiheit
zu pressen, bis
die Presse
freigepresst und
die Freiheit
pressefrei ist.
Das Abendland rettet
nur, wer auch ein Herz für
Das Morgenland hat.
***
Eigentlich mache ich das nicht in meinem Blog, aber bei diesem Thema muss ich doch einladen, diesen Aufruf zu unterstützen: Für ein buntes Deutschland.
Sie schieben große Projekte an.
Sie schieben nötige Reformen auf.
Sie schieben eben mal einen Krieg ein.
Sie schieben Probleme beiseite.
Sie schieben Hindernisse aus dem Weg.
Sie schieben Flüchtlinge ab.
Sie schieben sich überall durch.
Sie schieben sich allzeit in den Vordergrund.
Sie schieben sich in die erste Reihe.
Sie verschieben Termine.
Sie verschieben Immobilien.
Sie verschieben Geld, das ihnen nicht gehört.
Sie schieben uns ihre Schulden unter.
Sie schieben uns die Schuld zu.
Geben wir den großen Schiebern
doch mal einen kleinen Schubs.
Schubsen wir sie doch ein bisschen an.
Schubsen wir sie doch einfach um.
Schubsen wir sie doch endlich weg.
Mein Foto
zeigt mir
nur ein Bild von mir.
Mein Spiegel
zeigt mir
nur mein Spiegelbild.
Eines Tages werde
ich mir
ins Gesicht sehen
und mir
mein eigenes Bild
von mir machen.
Was ist des Unschuldigen Schuld –
Wo beginnt sie?
Sie beginnt da,
Wo er gelassen, mit hängenden Armen
Schulterzuckend daneben steht,
Den Mantel zuknöpft, die Zigarette
Anzündet und spricht:
Da kann man nichts machen.
Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld.Gerty Spies
I
Des Unschuldigen Schuld
Beginnt dort, wo endet
Des Schuldigen Unschuld.
II
Schuldlos schuldig
Der Schuldige
Stirbt dort, wo lebt
Der Unschuldige
Schuldig schuldlos.
III
Des Unschuldigen Unschuld
Schuldet ihre Unschuld
Des Schuldigen Schuld.
Des Schuldigen Schuld
Schuldet ihre Schuld
Des Unschuldigen Unschuld.
IV
Des Unschuldigen Schuld
Entschuldigt nicht
Des Schuldigen Schuld.
Des Schuldigen Unschuld
Entschuldigt nicht
Des Unschuldigen Schuld.
Einen Reim auf die Leiche.
Jeder Vers eine Spur.
Des Dichters Fuß ist
sein Fingerabdruck.
Zwischen den Zeilen
jagt der Leser den Dichter.
Am Ende der Strophe
ein neuer Verdacht.
Ein Mord für das Wort.
Jede Silbe ein Schuss.
Des Dichters Blut ist
kein Indiz.
Hinter den Zeilen
jagt der Dichter den Leser.
Das Ende vom Lied
ein flüchtiger Sinn.
Eine neue Dimension von “Kripo”: Kriminalpoesie!
Jenseits von
Ja oder Nein
blinzelt
das Leben.
Jenseits von
Für oder Wider
lächelt
die Liebe.
Jenseits von
Schwarz oder Weiß
ist es
bunt.
Mein Ich
will sich
von mir
trennen.
Was bleibt
von mir, wenn
mein Ich nicht mehr
bei mir ist?
Ich frage
mein Ich:
Was stört dich denn
an mir?
Du bist
nicht mehr Ich,
klagt
mein Ich.
Bleib doch
bei mir,
bitte ich
mein Ich.
Mein Ich
lächelt:
Nur, wenn
du gehst.
Jetzt habe ich
die Wahl:
Mein Ich
oder ich.