Panta rei. Alles fließt. Ein Gedanke zum Jahreswechsel
nichts bleibt:
ich weine
ich hoffe:
nichts bleibt
Panta rei. Alles fließt. Ein Gedanke zum Jahreswechsel
nichts bleibt:
ich weine
ich hoffe:
nichts bleibt
ein Zwischenraum
für Zwischentöne
ein Zwischending
zwischen Zwischenhalt
und Zwischenhoch
eine Zwischentür
zu einem neuen Zwischenspiel
eine Zwischenpause
zwischen Zwischenfall
und Zwischenziel
ein Zwischenlager
für Zwischenlösungen
und Zwischenrufe
eine Zwischenzeit
in Zwischenmenschlichkeit
diesseits des Wortes
schweigen die Dinge
jenseits des Wortes
singt die Stille
ein und aus
geh ich hier
bei mir
zuhaus
allein
bei mir
hier weiß ich
weder aus noch ein
alle Zeit der Welt
ruht im Hier dieses Augenblicks,
gibt Raum der Ewigkeit
im Jetzt allen Orts
ich lebe
um den Preis
nicht nur meines Todes
ich sterbe
um den Preis
nicht nur meines Lebens
wie
heiß ich,
heiß ich
wer weiß wie?
wer
bin ich,
bin ich
wer oder was?
was
bin ich,
bin ich
wer weiß was in aller Welt?
Lyrifants Adventskalender 2023 Türchen 21
still
schweigt die Nacht
still
fällt der Schnee
in Flocken dick
still
ruht der See
in weißer Pracht
still
steht für einen Augenblick
die Sonne gar
still
wird’s in mir
und klar
Mit diesem kleinen Vers zur Wintersonnwende wünsche ich all meinen treuen Leserinnen und Lesern ein paar stille Weihnachtstage mit viel Zeit zur inneren Einkehr und Besinnung. Und ich darf die Gelegenheit nutzen, Euch zu danken für Eure steten Besuche hier auf diesem Blog, Euer Mitlesen, Mitfragen, Mitdenken und manchmal auch Mitdichten. Habt einen geruhsamen Jahreswechsel; und möge eine wunderschönes Neues Jahr vor Euch liegen.
in ihren Strahlen
finden meine Augen Licht
und Wärme meine Haut.
laut und leise scheinen sie in mich hinein.
an ihren schweren Tropfen
labt dürstend sich mein Mund.
ihr Hagelkorn trifft mich ins Herz.
ihr Blitz schlägt mich entzwei.
in dicken Flocken wirbeln sie
mir durch das wilde Hirn.
mit zarten Schleiern umwölken sie
die irr verwirrte Stirn.
sie blasen mich fort.
sie streicheln und umschmeicheln mich.
sie hauchen mich an.
und sie entwurzeln mich.
und bei besonders guter wörtterlage
schreib ich aus ihnen ein Gedicht.
Gnṓthi seautón. Erkenne dich selbst. Ein Rondell
schleich nicht um dich herum
zieh weiter deine Kreise
streich dir dich nicht aufs Brot
schleich nicht um dich herum
auslöffle nur den Brei
bis auf den Grund
schleich nicht um dich herum
zieh weiter deine Kreise
schau
auf das Wort.
blick hinab auf
seine Schönheit.
schau
in das Wort.
sieh hinaus in
seine Weisheit.
schau
durch das Wort.
schau durch hindurch
und schau.

späte Reife. einsam. alt.
für Eulenschwinge, der ich überhaupt die Kenntnis dieses Konzepts verdanke (wobei ich es – im Gegensatz zu ihr – noch sicher nicht wirklich ganz zu erfassen vermag)
Eulenschwinges wabi sabi-Reihe (Eulenschwinges Blog ist inzwischen privat, deshalb funktioniert der Link leider nicht mehr) fasziniert mich sehr, und bei diesem Motiv musste ich spontan daran denken und einfach gleich auf den Auslöser drücken (und es wäre nicht ein wabi sabi von Lyrifant, wenn es nicht gleich noch die Wörter “wabi” und “sabi” mitreflektieren müsste – womit es dann sicher kein echtes wabi sabi mehr ist…).