Es gibt Leute,
die setzen sich einfach
an den gedeckten Tisch.
Es gibt Leute,
die legen sich einfach
ins gemachte Bett.
Warum nur
sitze ich immer
zwischen allen Stühlen?
Es gibt Leute,
die setzen sich einfach
an den gedeckten Tisch.
Es gibt Leute,
die legen sich einfach
ins gemachte Bett.
Warum nur
sitze ich immer
zwischen allen Stühlen?
Greif dir ein Wort
aus der Luft
und schreibe es
in den Wind.
Wasch dein Wort
mit allen Wassern
und baue dir daraus ein Lied
auf Sand.
Schnitze dir ein neues Wort
aus dem gleichen Holz
und schieße es
auf den Mond,
in den du schaust.
Hol dir ein letztes Wort
aus dem Feuer
und bringe es
unter die Erde
und lege es
der Welt in den Mund.
Was ist des Unschuldigen Schuld –
Wo beginnt sie?
Sie beginnt da,
Wo er gelassen, mit hängenden Armen
Schulterzuckend daneben steht,
Den Mantel zuknöpft, die Zigarette
Anzündet und spricht:
Da kann man nichts machen.
Seht, da beginnt des Unschuldigen Schuld.Gerty Spies
I
Des Unschuldigen Schuld
Beginnt dort, wo endet
Des Schuldigen Unschuld.
II
Schuldlos schuldig
Der Schuldige
Stirbt dort, wo lebt
Der Unschuldige
Schuldig schuldlos.
III
Des Unschuldigen Unschuld
Schuldet ihre Unschuld
Des Schuldigen Schuld.
Des Schuldigen Schuld
Schuldet ihre Schuld
Des Unschuldigen Unschuld.
IV
Des Unschuldigen Schuld
Entschuldigt nicht
Des Schuldigen Schuld.
Des Schuldigen Unschuld
Entschuldigt nicht
Des Unschuldigen Schuld.
Du schenkst mir Wärme,
auch dann,
wenn mir nicht kalt ist.
Du gibst mir Halt,
auch dort,
wo ich auf festem Boden stehe.
Du trägst mich,
auch dorthin,
wohin ich alleine gehen könnte.
Du fängst mich auf,
auch dann,
wenn ich nicht falle.
Du berührst mich,
auch dort,
wo niemand mich berühren darf.
Du stellst mich in Frage,
auch dann,
wenn ich die Antwort zu haben glaube.
Du bist da,
nicht nur,
wenn ich Dich brauche.
Die Ledermaus
geht gerne aus.
Der Raunbär
bittet sie zum Schwof,
der Warzbär
macht ihr schön den Hof.
Die Lindschleiche hat ein Aug auf sie,
der Lauwal zeigt Interesse nie.
Die Lange und die Liege
führen um sie Kriege.
Sogar der Neelöwe findet sie ganz nett
und hätte sie ganz gern bei sich im Bett.
Der Raureiher aber versucht sie einzulullen,
doch vergebens – sie steht nur auf Suchtbullen.
Und eine liebe Freundin von mir hat auch gleich weitergedichtet:
…doch kommt das Rokodil dazu,
ist’s mit der Liebe aus,
denn das nappt zu! :o)
Einen Reim auf die Leiche.
Jeder Vers eine Spur.
Des Dichters Fuß ist
sein Fingerabdruck.
Zwischen den Zeilen
jagt der Leser den Dichter.
Am Ende der Strophe
ein neuer Verdacht.
Ein Mord für das Wort.
Jede Silbe ein Schuss.
Des Dichters Blut ist
kein Indiz.
Hinter den Zeilen
jagt der Dichter den Leser.
Das Ende vom Lied
ein flüchtiger Sinn.
Eine neue Dimension von “Kripo”: Kriminalpoesie!
Jenseits von
Ja oder Nein
blinzelt
das Leben.
Jenseits von
Für oder Wider
lächelt
die Liebe.
Jenseits von
Schwarz oder Weiß
ist es
bunt.
morgens: tau
himmel: grau
wind: rau
wasser: lau
hotel: im bau
essen und trinken: mau
service: sau
nachts: radau
auf dem weg: stau
auf dem markt: hau und klau
stimmung: flau
schau: ein pfau
urlaub auf au: der super-gau
der wirt: schlau
der gast: blau
schuld: die frau
jau: genau!
au!
Bei Dir
suche ich
Frühlingsstaub
unter Herbstlaub.
Bei Dir
finde ich
Winterklee
im Sommerschnee.
Mein Ich
will sich
von mir
trennen.
Was bleibt
von mir, wenn
mein Ich nicht mehr
bei mir ist?
Ich frage
mein Ich:
Was stört dich denn
an mir?
Du bist
nicht mehr Ich,
klagt
mein Ich.
Bleib doch
bei mir,
bitte ich
mein Ich.
Mein Ich
lächelt:
Nur, wenn
du gehst.
Jetzt habe ich
die Wahl:
Mein Ich
oder ich.
Keine Waffen
in Krisengebiete.
Warum
überhaupt Waffen
irgendwohin?
Warum
überhaupt Waffen?
Ich habe mir
meinen Schmerz
vom Leib
geschrieben.
Jetzt
spricht er mir
aus der Seele.