Muss man alles machen,
was man darf?
Darf man alles machen,
was man will?
Will man alles machen,
was man kann?
Kann man alles machen,
was man muss?
Muss man alles machen,
was man darf?
Darf man alles machen,
was man will?
Will man alles machen,
was man kann?
Kann man alles machen,
was man muss?
Wir sollten trauern
um die Toten
und nicht
die Toten
zum Argument machen für
liberté, égalité, fraternité
Wir sollten trauern
um die Toten
und nicht
im Namen der Toten
liberté, égalité, fraternité
heucheln
Wir sollten trauern
um die Toten
und nicht
so tun, als ob
wir die Toten seien
(was wir nie waren
und nicht sind)
Wir sollten trauern.
Pressefreiheit ist
die Freiheit,
die Freiheit
zu pressen, bis
die Presse
freigepresst und
die Freiheit
pressefrei ist.
unartig schimpfen
mich die, die mich
artig haben wollen
dabei liegt es nicht
in meiner Art,
unartig zu sein
vielmehr gehört es
zu meinen Unarten,
artig sein zu wollen
unartig bin ich
nur in dem Sinne, dass ich
aus der Art schlage
artig aber will ich sein
in meiner Art:
andersartig
eigenartig
einzigartig
Das liebste Buch
ist mir das
Wörterbuch.
Es nennt
die Wörter
bei ihrem Namen.
Es sieht
den Wörtern
ins Gesicht.
Es kennt
der Wörter
Her- und Zukunft.
Es spricht
der Wörter
Sprache
und denkt
ein jedes Wort
zu Ende.
Es fasst
ein jedes Wort
in das ihm eigene Gefäß.
Es setzt
ein jedes Wort
in den ihm eigenen Satz.
Es träumt
die Wörter
zu Gedichten und Geschichten
und lässt doch
die Wörter
Wörter sein,
indem es
Wort und Sache
trennt
und für jedes seiner Wörter
in gleichem Maße
brennt.
Es ist ein Unterschied,
ob ich einen Reim auf die Welt finde oder
ob ich mir einen Reim auf die Welt mache oder
ob ich mir die Welt zusammenreime.
Es ist auch ein Unterschied,
ob ich der Welt das Wort gebe oder
ob ich der Welt das Wort rede oder
ob ich der Welt das Wort aus dem Mund nehme.
Und es ist auch ein Unterschied,
ob ich der Welt ein Lied singen mag oder
ob ich von der Welt ein Lied zu singen weiß oder
ob ich von der Welt immer nur das alte Lied singen kann.
Es gibt Tage,
da empfindest du
einen bloßen Handschlag oder
einen etwas festeren Händedruck oder auch
ein ausgiebiges Händeschütteln
bereits als körperliche Gewalt.
Es gibt Tage,
da deutest du
jedes Handzeichen
als persönliche Beleidigung.
Jeder Handgriff
wird zur Handgreiflichkeit.
An diesen Tagen
bist du einfach
zu empfindlich gegenüber
dem allzu Handfesten,
dem allzu Handlichen,
dem allzu Handhabbaren.
Da würdest du am liebsten
im Handumdrehen
verschwinden oder
mit einem Handstreich
alles verschwinden lassen.
An diesen Tagen bist du
keine Handbreit bereit
zu handeln.
An Tagen wie diesen bist du
handlungsunfähig –
und verabschiedest dich deshalb
– scheinbar ganz handzahm –
mit einem Handkuss
von jeglicher Handarbeit.
Das Abendland rettet
nur, wer auch ein Herz für
Das Morgenland hat.
***
Eigentlich mache ich das nicht in meinem Blog, aber bei diesem Thema muss ich doch einladen, diesen Aufruf zu unterstützen: Für ein buntes Deutschland.
Sie schieben große Projekte an.
Sie schieben nötige Reformen auf.
Sie schieben eben mal einen Krieg ein.
Sie schieben Probleme beiseite.
Sie schieben Hindernisse aus dem Weg.
Sie schieben Flüchtlinge ab.
Sie schieben sich überall durch.
Sie schieben sich allzeit in den Vordergrund.
Sie schieben sich in die erste Reihe.
Sie verschieben Termine.
Sie verschieben Immobilien.
Sie verschieben Geld, das ihnen nicht gehört.
Sie schieben uns ihre Schulden unter.
Sie schieben uns die Schuld zu.
Geben wir den großen Schiebern
doch mal einen kleinen Schubs.
Schubsen wir sie doch ein bisschen an.
Schubsen wir sie doch einfach um.
Schubsen wir sie doch endlich weg.
pechschwarz
pechschwarz
dunkelgrau
dunkelgrau
dulhellgrau
iiixlichtgrau
xxilicht
So tauch ich
nach Perlen
in mir
finde ich
nur ein rostiges Wrack
voll mit wertlosem Plunder.
Endlich Stille.
Funkstille.
Funkenstille.
Endlich vorbei der
Funkenflug.
Endlich vorbei der
Funkenregen.
Endlich vorbei der
Funkenhagel.
Endlich nicht mehr im
Funkensturm.
Endlich im
Funkschatten.
Kein Funke sprang
über. Trotzdem
brannte es
überall.
Von meinem Funkturm
funkte ich
Funkzeichen,
Funkspruch über Funkspruch.
Doch wir funkten
auf verschiedenen Funkwellen.
Nur eine Funzel
bringt jetzt noch Licht
in die funkelnde Stille.
Endlich Stille.
Funkstille.
Und in mir wieder
ein Funken Leben.
geschrieben nach der Lektüre der Bücher “Funkstille. Wenn Menschen den Kontakt abbrechen” und “Der Sturm vor der Stille. Warum Menschen den Kontakt abbrechen” von Tina Soliman, die mir gerade sehr helfen, den späten, aber wohl unumgänglichen Kontaktabbruch zu meinen Eltern zu verarbeiten