was Wörter brauchen

Petros hat mich mit seinem humorvollen Gedicht „Was reimt muss nicht gleich dichten“ sehr zum Schmunzeln gebracht – nur der Satz

Worte brauchen Zügel
Sonst wird draus kein Gedicht

hat in mir – trotz seiner schönen Pegasos-Allusion – Widerspruch geweckt … und mich zu folgenden Zeilen inspiriert:

ja: manchmal brauchen Wörter Zügel.
manchmal aber brauchen sie wohl eher Flügel.
manche Wörter brauchen eine lange Leine.
und manche brauchen nichts als eigne Beine.
ich bin sicher: nur wenig Wörter sind zu zähmen
(Gefahr besteht, sie so zu lähmen).
viele Wörter brauchen nur etwas Pflege.
und einige Wörter gehen lieber ihrer Wege.
fürwahr: gewisse Wörter brauchen einen Schnitt.
andre Wörter bringen ihr Gefolge mit.
und wieder andre gehen nur bei Mondlicht um.
die meisten aber liegen einfach nur so rum
und warten nur darauf, dass wir sie lesen
und auf der Suche nach ihrem Wesen
in ihren Eigen-Sinn eintauchen:
wer kann schon erahnen, was Wörter brauchen?

4 thoughts on “was Wörter brauchen

  1. Hallo Lyrifant,
    schön, dass ich dich inspirieren konnte.

    Alsdann zu deinen Versen hier
    Die da so transparent und schier
    Ich gebe dir in allem recht
    Jed’s Wort ist frei und niemand‘s Knecht
    Und siehst den letzten Vers du oben
    Gezügelt sieht es aus verschroben

    LG
    Petros, der jetzt auch schmunzelt

    • Ach, ein Kommentar in Versen! Danke, lieber Petros – vor allem für die Inspiration! Was wären wir ohne sie? – Und Du solltest darüber nachdenken, Dich „Nachtfixstern“ zu nennen, wegen Deines fixen (hihi, kleiner Scherz) Morgensternschen Humors und weil Dein Nächtebuch für mich zu einer festen Größe geworden ist!

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