Seit ich lebe,
lebe ich
das Leben der anderen.
Seit ich lebe,
wünsche ich mir
ein anderes Leben.
Seit ich lebe,
möchte ich gern
ganz anders leben.
Seit ich lebe,
will ich
leben, nichts anderes.
Seit ich lebe,
lebe ich
das Leben der anderen.
Seit ich lebe,
wünsche ich mir
ein anderes Leben.
Seit ich lebe,
möchte ich gern
ganz anders leben.
Seit ich lebe,
will ich
leben, nichts anderes.
Wem man
die Flügel stutzt,
kann nicht mehr
fliegen.
So lernte ich laufen.
Wem man
die Wurzeln abhackt,
kann nicht mehr
wachsen.
So lernte ich klettern.
Wem man
die Luft abschnürt,
kann nicht mehr
atmen.
So lernte ich tauchen.
Wem man
die Augen aussticht,
kann nicht mehr
sehen.
So lernte ich fühlen.
Wem man
die Hände bindet,
kann nicht mehr
greifen.
So lernte ich denken.
Wem man
das Maul stopft,
kann nicht mehr
sprechen.
So lernte ich schreiben.
Wem man
die Liebe versagt,
kann nicht
leben.
So lernte ich lieben.
Ich habe mir
meinen Schmerz
vom Leib
geschrieben.
Jetzt
spricht er mir
aus der Seele.
Die Angst
nagt neckisch
an meinem Nacken,
nuckelt voller Nücken
an den Nocken
meines Genicks.
Sie neigt den Kopf
und nickt mir zu.
Ja, sie vernascht mich –
nackt,
wie ich bin,
nackt,
wie sie ist.
Ich schreibe
mich ein
in die Gedichte, die
ich lese.
Ich lese
mich auf
in den Gedichten, die
ich schreibe.