Wer Gewinne macht,
verliert.
Wer Verluste macht,
gewinnt.
Wer Gewinne macht,
verliert.
Wer Verluste macht,
gewinnt.
Man muss Geld sparen,
um es auszugeben.
Man muss Geld ausgeben,
um es zu sparen.
Wer verkauft,
ist gekauft.
Wer kauft,
ist verkauft.
Wer Arbeit gibt,
nimmt.
Wer Arbeit nimmt,
gibt.
Früher
wollte ich immer
so sein wie
eine Figur in einem Roman:
Teil einer Geschichte,
voller Möglichkeiten –
das Leben: ein Kunstwerk.
Was ich nicht bedachte:
Vielleicht
würden die Romanfiguren
lieber so sein wollen wie ich:
einfach nur lebendig,
voller Leben –
das Leben: ein Leben eben.
mal hier, mal dort
stets überall und nirgends
nur mal eben
sofort und gleich
allzeit allerorten
hin und wieder
im Hier und Jetzt
ab und zu
im Dort und Einst
dann und wann
im Da und Dann
immerzu
im Auf und Ab
im Hin und Her
immerzu, immerfort
fort und weg
nie und nimmer
heim
irgendwann im Nirgendwann
irgendwo im Nirgendwo
ganz da
ganz nah
ganz ja
für immer und ewig
Das Faultier liegt
in seinem Faulpelz
auf der faulen Haut
und sagt zum
Fleißmenschen:
“Du irrst,
wenn du Muße
für Faulheit hältst
und es beflissen zulässt,
dass das Muss
dein fleißiges Leben bestimmt,
so dass dir statt Genuss
nur Gemuss bleibt.
Lass es dir gesagt sein:
Es ist etwas faul
am Fleiß,
denn wer zu fleißig ist,
verfault.
Glaub mir:
Müßiggang ist aller Musen Anfang!
Denn die Musen übersehen
geflissentlich die Fleißigen
und küssen nur die Faulen.”
und lehren die häresie daß der purzelbaum
aus den purzelfrüchten
den purzelblättern
den purzelzweigen
den purzelästen
dem purzelstamm
und den purzelwurzeln bestehtaus: Hans Arp, Die gestiefelten Sterne
(Aus “10 Jaren Stijl” 1917/27; in: Hans Arp: Gesammelte Gedichte. Bd. 1: Gedichte 1903-1939. Zürich 1963, S. 158-160, hier S. 159)
Monsieur Arp, gestatten Sie mir eine Frage:
Sehen Sie denn den Purzelwald
vor lauter Purzelbäumen nicht mehr?
Du bist das
Dich zu meinem Mich.
Du bist das
Dir zu meinem Mir.
Du bist das
Dein zu meinem Mein.
Du bist das
Du zu meinem Ich.
Du bist das
Dich auf mein Wohin.
Du bist das
Dir auf mein Woher.
Du bist das
Dein auf mein Warum.
Du bist das
Du auf mein Wozu.
Du bist das Dich,
das ich liebe.
Du bist das Dir,
dem ich vertraue.
Du bist das Dein,
dessen ich gedenke.
Du bist das Du,
das mich liebt.
Du bist das Du,
das mir vertraut,
Du bist das Du,
das mein gedenkt.
Du bist mein, ich bin Dein.
Du gehörst mir, ich gehör’ Dir.
Du liebst mich, ich lieb’ Dich.
Du bist ich, ich bin Du.
Für Dich schreibe ich.
Mit Dir lebe ich.
Deinetwegen bin ich.
Du bist mein Schreiben, mein Leben, mein Sein.
Du bist das
Dich, Dir, Dein, Du
in meinem Leben.
zum 14. Hochzeitstag
Wenn die Tage
nicht mehr jeden Monat
kommen, kommt frau
in die Wochen
oder in die Wechseljahre.
Feuer gefangen
ins kalte Wasser gesprungen
die Luft angehalten
keinen Fuß mehr auf die Erde bekommen
Feuer und Flamme
Wasser und Wein
Luft und Liebe
Himmel und Erde
durchs Feuer gegangen
mit allen Wassern gewaschen
aus der Luft gegriffen
auf der Erde geblieben
Feuer=Werk
Wasser=Fall
Luft=Sprung
Erd=Beben
Bilder: Lyrifant, Acryl auf Leinwand, 10 x 10 cm
Ich schreibe
mit SCHWARZer Tinte
auf WEISSes Papier.
Ich schreibe mich
auf den GRÜNen Zweig und
an den ROTen Faden.
Ich schreibe mir
das BLAUe vom Himmel und
das GELBe vom Ei.
Ich schreibe mir
die GRAUe Theorie
in BUNTe Verse um.
Ich schreibe mich
in Farbe.