Es twittern die Spatzen von den Dächern:
Ist die Katze aus dem Netz,
surfen die Mäuse.
Wie man in den Wald hineinpostet,
so mailt es heraus.
Wo man bloggt, da lass dich ruhig nieder.
Was miteinander chattet,
das liket sich.
Unsinnspoesie
Einen Lai auf den Mai
Wieder ist’s Mai,
und es grünt der Bonsai
des Samurai
fern im Altai.
Kai, der Lakai
trinkt wieder Chai
vom River Qwai
nach Art der Thai –
obgleich er Massai.
Und am Quai
von Dubai
träumt ein Hai
von dem Ai
aus Shanghai –
und er singt einen Lai
auf den Mai.
Kalauer
“Auch der frühe Vogel
kann leer ausgehen”,
feixt der späte Wurm
in sich hinein –
bevor ihn der späte Vogel frisst.
“Wie wahr”,
denkt der frühe Wurm,
der heute einfach Glück hatte.
An die Schokolade. Eine SchokolOde
Schokolieder
sing ich dir.
Schokolaudes
bring ich dir
an den Schokolido.
In Schokoleiden
steh’ ich hier.
Ins Schokoluder
tret’ ich Tier.
Vom Schokoleder
zieh’ ich für
dich, geliebte Schokolade.
Ich schokolodere
für eine Tafel Schokolade
in der SchokoLade.
Ich schokolud
und schokolade
ganz schokoliederlich
die ganze Schokoladung
mit allen Schokolädchen
aus dem SchokoLädchen –
Schokoladendiebstahl
für eine Schokoladenkette,
vorbei am Schokoladenhüter
nach Schokoladenschluss.
Morgens stets
ein Schokoladenbad
im Schokoladenbrunnen.
Danach ein Schokoladenei
vom Schokoladenhasen.
Mittags ess’ ich
Schokoladenlinsen mit
Schokoladenbohnen
in heißer, weißer
Schokoladensoße.
Später gönn’ mir
den Schokoladenpudding
und eine Schokoladentorte
aus Schokoladencreme,
mit Schokoladenguss.
Zwischendurch noch
einen Schokoladenriegel oder
einen Schokoladenkeks.
Abends aber
schokoladenstreusele,
schokoladenflocke und
schokoladenraspele ich
nur noch Schokoladenpulver
in mein Schokoladegerät,
bevor ich schließe
meine Schokolider.
Auf meiner Schokoladenseite
gibt’s nicht nur
Schokoladenbraun,
Schokoladenschwarz und
Schokoladenweiß –
meine Schokolaleliloludenwelt ist
schokoleileulauterbunt.
Oh Gott!
Im Himmel
ist der Teufel los.
„Zum Teufel
mit dem Teufel!“
flucht Gott,
von Gott verlassen.
Der Teufel lacht
auf Teufel-komm-raus:
„Teufel noch mal!
Gott behüte.
Ich werd‘ den Teufel tun.“
„Lieber Gott,
dich reitet wohl der Teufel?“
mischt sich ein Engel ein.
„Weiß Gott!“
gibt der Teufel zu bedenken,
„Gott ist eben auch nur ein armer Teufel.“
Ein Rausch im Plauschbär-Lauschbär-Flausch
nur für Kerstin, die es allein versteht 🙂
Der Plauschbär spricht zum Lauschbär:
“Ich möcht’ so gerne mit dir plauschen.”
Der Lauschbär aber sagt zum Plauschbär:
“Ich mag dir doch nur lauschen.”
Da will der Plauschbär lieber tauschen
und den Lauschbär’n hören rauschen.
Doch der Lauschbär bleibt ganz still –
und lässt Plauschbärs Ohren bauschen.
Im Purzelwald
und lehren die häresie daß der purzelbaum
aus den purzelfrüchten
den purzelblättern
den purzelzweigen
den purzelästen
dem purzelstamm
und den purzelwurzeln bestehtaus: Hans Arp, Die gestiefelten Sterne
(Aus “10 Jaren Stijl” 1917/27; in: Hans Arp: Gesammelte Gedichte. Bd. 1: Gedichte 1903-1939. Zürich 1963, S. 158-160, hier S. 159)
Monsieur Arp, gestatten Sie mir eine Frage:
Sehen Sie denn den Purzelwald
vor lauter Purzelbäumen nicht mehr?
Eine Haiku-Spielerei
haiku haiko hai
ki haike haika – haikau
haikeu haikai: hai