ich versmesse jedes Wort
und lautwandel Sinn zu Form.
ich buchstabsage Satz für Satz,
und kehrreime in den Zwischenräumen.
ich katastrophe Redeflüsse, bis ich mir
die Welt hab abgedichtet.
Sprachspiel
rapsodie in gelb
gelb das feld
so weit das auge
reicht von blau
zu grün lacht
gelb um gelb
der raps
gelb der raps
so gelb das gelbe
lacht von weit
zu auge reicht
grün um blau
das feld
feld das gelb
so aug das weite
blaut von reich
zu lach grünt
raps um raps
das gelb
raps das gelb
so raps der raps
reicht von grün
zu blau lacht
feld um feld
das aug
Faltungen, lyrisch
inspiriert von Jürgen Küsters Faltungen-Projekt auf Buchalovs Blog
ich schreib mir eine Fal
te ins Gedicht
und falz mir keine einfäl
lt, schreib ich mir glatt die Sorgfalt
aus dem Gesicht und falte sie auf
eine Spalte Papier
#ich zeige Faltung!
und schreib mir eine Fal
te ins Gedicht
zwiefältig, vielfaltig
fall mein Vers auf
kalten Asphalt
abwegig
gern bin ich
unterwegs
im Unwegsamen
und Ausweglosen
nur auf Umwegen
geradewegs
geh ich meiner Wege
vollkommen abwegig
(12)

Dies nun das letzte Gedicht aus diesem Zyklus. Und falls Ihr den Anfang dieser Serie nicht mitbekommen habt: Die Geschichte zu diesem Projekt habe ich auf Lyrifants Editionen erzählt. Und in der Kategorie Wintergarten-Gedichte sind auch noch einmal alle Texte beisammen (obwohl das jetzt nicht so nötig wäre, folgen sie doch hier alle aufeinander).
(11)

Natürlich eine Reminiszenz an “Von den Blumen in meinem Garten”, Lyrifants einzigem Gartengedicht – bisher!





