wellpappe
lässt sich nur schwer
beschreiben: lässt
wellpappe
doch wörter
wellen reiten

glatte dünne Pappe auf Wellpappe
wellpappe
lässt sich nur schwer
beschreiben: lässt
wellpappe
doch wörter
wellen reiten

glatte dünne Pappe auf Wellpappe
ich steh auf papier, nur auf papier,
ich leg es auf papier an, nicht in papiere,
auf papier leg ich mein wort, aus papier
mach ich mir einen flieger,
mit dem flieg ich fort:
eine welt aus papier
auf papier,
in papier, zu papier mach ich mir

Origamipapier (zu)

Origamipapier (auf)
papier
ist
– ganz offenbar –
das beste versteck
für gute gedanken
nur noch papier
sind die in sepia
ausgeblichenen
erinnerungen
hinter dem
pergamin
spinnen
netz

Pergamin auf Fotopapier
wasser schöpfen
papier schöpfen
verdacht schöpfen
aus der erfahrung schöpfen
kraft schöpfen
neuen mut schöpfen
frische luft schöpfen
aus der phantasie schöpfen
schöpfen
und schöpfen und
eine welt erschaffen

industrielles Bütten auf handgeschöpftem Bütten
papier
ist die seide
des kalligraphen

Japanpapiere, weißes auf blauem
Das chinesische Schriftzeichen für Papier enthält das Schriftzeichen für Seide.
die angst des dichters
vor dem weißen blatt papier

Druckpapier
Nach einer längeren Zeit habe ich ein Projekt zu einem (ersten, vielleicht auch vorläufigen) Ende gebracht: eine Serie von Texten zum Thema Papier – auf verschiedenen Papieren (deshalb gibt’s jetzt ausnahmsweise auch Bilder). Das Büchlein als Ganzes seht Ihr unter Editionen.
papier
ist der roh
stoff, auf dem
t_räume zum leben
erweckt werden

Bütten auf Holzpostkarte, Vorsatzblatt: Papyros
ach, Liebster, wenn
ich es doch nur könnte:
heimlich
schriebe ich
Dir in Dein Herz
ein kleines
Heimlicht
Das ist ein schon etwas älterer Text, den ein paar von Euch auch schon kennen. Aber mit Blick auf die Krähenschwärme des Abends über mir finde ich, er passt in den November. Außerdem ist mal wieder Zeit für ein Tiergedicht.
Wer bist du?
fragt ihr mich.
Leise krächze ich euch
meinen Namen ins Ohr.
Krähe
nennt ihr mich seither.
Dabei kann ich gar nicht
krähen.
Das Gras würde ich wachsen hören,
sagen sie. Dabei wächst dieses Gras
bereits in Berghöhe und Baumdicke
um uns herum – laut wie eine Blas-
kapelle. Da wächst jetzt auch nie mehr Gras
drüber.
Da wächst jetzt kein Gras mehr, das
noch irgendjemand wachsen
hören könnte.