„sag mal, was sagst du dazu?“
„unter uns gesagt, ich muss schon sagen:
unsagbar unsäglich!“
„was du nicht sagst!
aber da sagst du was!“
„ich? ich hab nichts gesagt!“
Autor: Lyrifant
Maimond, blau
im Licht des Blaumonds
hinaus aus dem Mai – barfuß
in den Sommer, blau
Reprise zu Maimond
Schriftprobe
vielleicht finde ich
meine eigene Handschrift,
indem ich mir auf den Leib schreibe,
was mir auf der Stirn geschrieben steht
fugato
aus den Fugen
geraten mir Zeichen
und Wunder verraten
das Unverfügbare
im Ruhestandsmodus
nichts muss, alles kann
was ist, darf sein
sollen und wollen werden eins
es braucht nicht viel
nur Du und ich
kein hätte, kein würde
nur sein, nur leben
wie ich mag
was es braucht zum Glück
ein bisschen Sonne wäre noch schön –
doch eigentlich genügt auch schon
das Lächeln auf Deinem Gesicht
ein Versprechen
kein Sterbenswörtchen
werde ich mehr schreiben –
ich weiß, wir alle sterben: es lebe
des Lebens Wort
Maimond
im Licht des Vollmonds
hinein in den Mai – entzwei
die Schuhe vom Tanz
Preis der Heftklammer

was von einem Leben als akademische Rät(t)in bleibt: ein Haufen Heftklammmern
scheinbar unscheinbar
(mal unauffällig aluminiumgrau
mal bescheiden kupferrot)
nimmt sie in ihren Klammergriff
ein jedes lose Blatt und hindert es
am Fliegen.
sie tackert alles und hält es fest:
ob Dokument ob Geistesblitz
von Anmerkung bis Zeugnis
Ideen Träume Gedankensplitter –
jede noch so kreative Zettelwirtschaft
verwandelt sie in eine Akte fürs Archiv.
biegsam – und am Ende selbst verbogen –
schafft sie Ordnung, wenn nötig, mit Gewalt:
nichts entgeht, nichts entkommt
diesem scharfspitzen Dracula-Biss –
nur was abgeheftet (davon ist sie überzeugt)
hat Bestand.
ihr Credo: „Ordnung ist das halbe Leben“ –
und die andere Hälfte? frage ich
(und kenne schon die Antwort:
„die andere Hälfte ist das Chaos“) –
und – hurra! – diese Hälfte startet
jetzt!
Sakura

durch luftiges Blau
wirbeln in zartem Rosa
Kirschblütenblätter
Nachsommer
das Alltagewerk ist endlich beendet. und nun, da die Zeit
des Nachsommers gekommen ist, so möge mein Geist
ins Hochland ausschweifen und stille Einkehr finden
im Rosenhause: auf dass er sich weit aufschwinge
und bilde an Natur, Kunst und Freundschaft –
und ich zu dem Menschen werde, der ich bin
Hasenjammer
ein Hase sitzt im Grase
und kratzt sich an der Nase:
wohin, wohin nur ist seine Oase?
was für eine Phase!
alles nur noch Phrase!
ein jedes Häschen sitzt in seiner Blase!
verzweifelt greift er (in Ermangelung von Gase)
zum Glase
(dies’ in Größe einer Vase!):
o, rase, Hasenherz, und grase
um ein bisschen Extase
(in gebührendem Maße)
(dies’ Liedlein euch nur so zum Spaße)
Frohe Ostern 🐇 allerseits! 🪺